Regula Bättig

«So sieht das Ende eines Traums aus», sagt Heinz Flüli und deutet auf die leer geräumte Pizzeria. Über die Art - ob Alp- oder Wunschtraum - schweigt er sich aus. «Zum Schluss», sagt seine Frau Maria, die das Lokal geführt hat, «wars nur noch anstregend.»

Doch lag dies nicht an der «Pizzeria Trattoria Maria» an sich: Unstimmigkeiten mit der Vermieterin brachten Maria Flüli dazu, ihren ganz grossen Traum vom eigenen Restaurant zu begraben.

Der Streit wurde losgetreten, der grosse Pizza-Ofen im Lokal war noch nicht warm gelaufen. Gestritten wurde ums Grotto im Keller, das laut Vermieter betriebsbereit ist, laut Mieter aber nicht, sowie um Mängel im Lokal. Gestritten wurde mit viel Herzblut: Nach 260 Briefen und Mails habe er mit Zählen aufgehört sagt Heinz Flüli. Und von Schreiben zu Schreiben sind die Emotionen höher gestiegen.

Beide Seiten sehen sich als Sieger

Das Bestätigen auch die Anwälte der beiden Parteien. «Der Termin vor der Schlichtungsstelle hat viel Dampf rausgenommen», sagt Konrad Jeker, Vertreter der Vermieterin. Kein Wunder, schliesslich sehen sich beide Seiten als Gewinner: Dass man bei der Lokalmiete aufgrund von Mängeln eine Reduktion von 300 Franken erzielt habe, sei super, sagt Flüli.

Derweil beruft sich Jeker auf die ausstehenden Zahlungen die bald beglichen werden sollen - die Mieten fürs Grotto hatten Flülis nie bezahlt, die Lokalmiete ging nach drei Monaten auf ein Sperrkonto beim Oberamt - die bald beglichen werden sollen. Die Streitigkeiten rund ums Grotto sind allerdings noch immer hängig..

Den Schlussstrich in der Sache hat schliesslich die Vermieterin gezogen, die den Flülis gekündet hat, wie Anwalt Jeker bestätigt. «Vielleicht», so Benvenuto Salvodelli, Anwalt der Flülis, habe man es «ein wenig» darauf angelegt. Denn der Mietvertrag wäre noch einige Zeit gelaufen. Klar ist: Flülis haben sich nicht gewehrt, als ihnen im August aufgrund der Mietausstände per Ende Monat gekündet wurde.

Schlicht und ergreifend die Nase voll, habe man gehabt, sagt Heinz Flüli. Es sei ein erlösender Moment gewesen, am Sonntag vor zwei Wochen. «Ein letzter Gast ist gekommen, um eine Pizza abzuholen, da beschlossen wir: Jetzt ist es Zeit!» Und nicht erst eine Woche später, wie sie draussen vor dem Lokal angekündet hatten.

Man war auf Kurs, eigentlich

Anders als «Lucchi's», der Vorgänger, war «Maria» noch keine Institution in Solothurn «Doch in der kurzen Zeit, da wir hier waren, konnten wir uns bereits etwas aufbauen», sagt Heinz Flüli. Selbst wenn die zahlreichen Stammgäste des Vorgängers nicht mehr an der Wengistrasse verkehrten. Das Lokal habe sich dem (Business)plan entsprechend entwickelt. Man hätte weiter daran arbeiten können, glaubt Maria Flüli.

«Ein Lehrblätz» seis nun gewesen, sagt Maria Flüli. «Einer, der viel Energie gekostet hat.» Darum sei jetzt erst einmal durchatmen angesagt. Doch schon an der HESO sei sie wieder im Einsatz. «Das Gastgewerbe ist meine Welt, die lässt mich so schnell nicht los.» Es sei gut möglich, dass sie noch einmal einen Anlauf mit einem eigenen Lokal wage.

Eines habe sie jedoch gelernt: «Vermieter prüfe ich vorher auf Herz und Niere.» Denn dass schon der Vorgänger gewisse Querelen mit der Vermieterin hatte, das habe man ignoriert. «Oder auf dessen südländisches Temperament zurückgeführt.

Ob an der Wengistrasse 4 auch in Zukunft ein Restaurant betrieben wird, ist noch nicht klar, wie Konrad Jeker sagt. «Momentan ist alles offen.»