Dialog: «Ich will wahrnehmen
«Ich will wahrnehmen, was hier lebt»

Dorothee Fischer ist ab 1. August neue Pastoralassistentin der Seelsorge Birrfeld-Lupfig. Sie erzählt über ihre Zeit im «Multikulti-Telli» und wieso sie nach Birrfeld-Lupfig wechselt.

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«Ich will wahrnehmen, was hier lebt»

«Ich will wahrnehmen, was hier lebt»

Elisabeth Feller

Die Wetterprognose sagt für den 1. August Wolken, Sonne und einige Regentropfen voraus: einen Mix zwischen «heiter» und «bewölkt». Zwischen diesen Polen bewegt sich auch das menschliche Leben. Wer weiss das besser als Theologinnen und Theologen, die mit allen Schattierungen des Lebens täglich zu tun haben. Eben dies ist spannend, bereichernd und an jedem neuen Ort anders zu erleben. Was Wunder, freut sich Dorothee Fischer auf ihre neue Aufgabe im Birrfeld. Sie übernimmt die Leitung der Seelsorgestelle Birrfeld-Lupfig am Nationalfeiertag – wenn das kein gutes Omen ist!

«Intensiv und kostbar»

Für Dorothee Fischer sind das Birrfeld und die Region Brugg zwar neu, nicht aber der Kanton Aargau. Diesen hat sie bereits als Pastoralassistentin der Pfarreien Aarau und Bremgarten kennen gelernt. Sie erzählt von ihrer Berufseinführungsphase in Aarau, als sie «für das multikulturelle Telli» zuständig gewesen ist.

In dieser Zeit habe sie viel gelernt, denn sie habe eine ganz andere Welt angetroffen als jene, die sie bis anhin gekannt habe. Jene? Eine schwache Ahnung hat man, denn Dorothee Fischers Sprache hat eine sympathische Färbung.Stammt sie aus dem süddeutschen Raum? «Ja, aus Freiburg im Breisgau». Dort, in der katholisch geprägten, weltoffenen Stadt, ist sie aufgewachsen, dort hat sie studiert – um dann vor 13 Jahren mit ihrem Mann ihre Zelte in der Schweiz aufzuschlagen.

Dorothee Fischer lächelt: «Das Bistum Basel war sehr familienfreundlich im Hinblick auf Teilzeitpensen.» Nach der ersten Station in Aarau und einigen Jahren als «hauptamtliche Familienfrau» in der Region Lenzburg kam die zweite in Bremgarten, die sie nach 15 Monaten verliess, weil sie ein grösseres Pensum in der Nähe vom Wohnort ihrer Familie anstrebte.

Dorothee Fischer hat beim Abschied von der Pfarrei Bremgarten festgehalten, wie «intensiv und kostbar» diese Zeit für sie gewesen ist. «Ich habe auch gespürt, dass ich vielen Menschen in der Pfarrei etwas weitergeben konnte von dem, was mir persönlich im Glauben und im Leben wichtig ist.»

«Ich kann ja mitgestalten»

Dass Dorothee Fischer, Mutter von drei Kindern, so stark im Glauben verwurzelt ist, verdankt sich einer «lebendigen Pfarrei und einer offenen Kirche», der sie in ihrer Jugend in Freiburg begegnet ist. Damals, unterstreicht sie mit einer behutsamen Geste, habe sie erfahren, dass «ich ja mitgestalten kann.

Man kann so vieles in der Kirche bewegen, auch als Frau.» Erwähnen, dass ihr der Beruf Berufung ist, muss sie nicht – man spürt es aus jedem Wort. Sie findet ihren Beruf vielseitig, «weil er alle Altersstufen einbezieht», sie liebt den Kontakt mit der Bevölkerung; sie ist überzeugt, dass «Gott überall zu finden ist – egal in welchem Umfeld».

Ihr neues Umfeld hört auf den Namen Birrfeld – und auf diese multikulturelle Gemeinde freut sich Dorothee Fischer. Sie blickt vom Paulushuus auf die Pauluswiese, die ein blühender Garten ist. «Diese Vielfalt und Lebendigkeit ist einfach schön», sagt sie und fügt hinzu: «Ankommen und wahrnehmen, was hier lebt.» Das will sie und so stehen diese Worte für eine Offenheit all jenen gegenüber, die Dorothee Fischer ab 1. August neugierig entgegentreten werden.

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