Dino Nodari

Die Tanzeinlage vor dem Abtreten in der Kaserne Kloten hat ihn berühmt gemacht. Nun verbringt Rekrut Patrick Lanz einige freie Tage im Haus seiner Eltern in Villmergen. Der 19-Jährige geniesst die Aufmerksamkeit, auch wenn dies bedeutet, dass die Weihnachtsferien weniger erholsam sind als geplant. «Nur gerade an Weihnachten sass ich mit meinen Eltern gemeinsam zu Tisch», sagt er. Dafür sorgte er mit seiner Tanzeinlage dafür, dass die Schweizer Armee wieder einmal für positive Schlagzeilen sorgte. Innerhalb von nur zehn Tagen haben 118000 Personen sein Video auf Youtube gesehen und auf Facebook gibt es sogar eine Fangruppe. Bisher habe er aber noch kein Dankesschreiben von Bundesrat Ueli Maurer erhalten, erklärt er. Im Gegenteil, Patrick Lanz rechnet sogar damit, dass das Filmchen negative Konsequenzen für ihn haben könnte, weil es in der Armee verboten ist, zu filmen. «Das glaube ich nicht. Der Film ist ja positiv für die Armee», meint seine Mutter Christine (43).

Jahrelanges Training

«Wir sind mega-stolz auf Pattrick», erklärt Mutter Christine Lanz. Zweimal sei sie in den letzten Tagen im Dorf gewesen, um etwas einzukaufen, und immer hätten sie die Leute auf ihren Sohn angesprochen. Auch wenn die Tanzeinlage für sie nichts Aussergewöhnliches mehr ist. «Das gehört einfach zu unserer Familie dazu.» Seit Jahren trainiere Patrick teilweise mehr als eine Stunde im Tag. Für Christine Lanz ist die jetzige Anerkennung auch ein Lohn für diese Arbeit. Das Tanzen bedeute ihm sehr viel. Allerdings gesteht sie, dass sie schon überrascht sei, was das Filmchen auf Youtube ausgelöst habe.

«Tanzkurse habe ich nicht besucht», erklärt Patrick Lanz. Schon von klein auf sei er immer ein Michael-Jackson-Fan gewesen. «Seit ich mich erinnern kann, versuchte ich seine Tanzschritte vor dem Spiegel zu imitieren.» Dabei habe er so lange geübt, bis die Schritte sassen. Ihn habe nicht nur die Musik von Jackson stark geprägt, sondern auch seine Lebenseinstellung. Sein Einsatz für die Benachteiligten und gegen Rassendiskriminierung. Das versuche er mit seinen Mitteln auch zu machen, erklärt Patrick Lanz. «Noch heute frage ich mich jeweils, wie Michael Jackson meine Taten beurteilen würde.» Nach dem Tod seines Idols hat er sich ein Jackson-Tattoo auf den Unterarm stechen lassen. Das Soziale sei ihrem Sohn immer sehr wichtig gewesen, erklärt Christine Lanz. Deshalb habe er sich vielleicht auch entschieden, eine Lehre als Fachmann Gesundheit zu machen.

Zeit für eigene Jacko-Show

Am 10.Januar muss der Durchdiener wieder in Kloten einrücken. Davor hat er in den nächsten Tagen aber noch Wachdienst. Angetrieben vom Erfolg seines Videos, plant Patrick Lanz nun eine eigene Michael-Jackson-Show. Seine Tanzkünste
werden dabei im Mittelpunkt stehen.

«Aber es soll keine One-Man-Show werden und ich will auch keine Jacko-Kopie sein», erklärt der Tänzer. Bereits im Fe-
bruar will er die etwa zwanzig Minuten dauernde Show präsentieren. Dafür überlegt er nun, ob er nicht doch lieber ins WK-
System wechseln soll, um mehr Zeit zu haben. «Dieses Projekt ist mir jetzt sehr wichtig», erklärt er. Allerdings könne er sich auch vorstellen, Tanzkurse und Workshops anzubieten.