Israels Präsident Reuven Rivlin hat am Mittwoch ein bislang unter Verschluss gehaltenes Gnadengesuch des 1962 hingerichteten NS-Kriegsverbrechers Adolf Eichmann veröffentlicht. Eichmann hatte die Deportation der Juden in die Vernichtungslager organisiert.

Eichmanns Gnadengesuch

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages wurden der in Schönschrift verfasste Brief Eichmanns und andere bislang als geheim eingestufte Dokumente bei einer Zeremonie in der Jerusalemer Residenz des Staatschefs für die Öffentlichkeit freigegeben.

Der einstige SS-Obersturmbannführer Eichmann wurde 1960 von Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad in Argentinien aufgespürt und nach Israel entführt. Dort wurde er zum Tode verurteilt.

In seinem Gnadengesuch an den seinerzeitigen Staatschef Jizchak Ben-Zvi schrieb Eichmann, er sei kein "verantwortlicher Führer" gewesen, habe unter Zwang als "Instrument" gedient und fühle sich nicht schuldig. Er bat Ben-Zvi in dem Schreiben vom 29. Mai 1962, "anzuordnen, dass das Todesurteil nicht vollstreckt wird". Zwei Tage später wurde Eichmann mit dem Strang hingerichtet.

Gnadengesuch Eichmann