Peter Siegrist

«Ich liebe Vögel, dachte die Katze.» Sprecher Richard Stocker erzählt. Anspannung im Orchester, volle Konzentration, Blick auf den Taktstock des Dirigenten, und dann . . . Schlag eins. Das Katzenthema aus Sergei Prokofjews musikalischem Märchen «Peter und der Wolf» erklingt. Die Musiker des Reinacher Orchestervereins proben in der Aula Neumatt für das Konzert vom nächsten Sonntag.

Dieses Werk ist eigentlich ein Bilderbuchmärchen zum Hören. Die Bilder werden durch die Musik in den Köpfen der Zuhörer erzeugt. Richard Stocker rezitiert die Geschichte von Peter und seinem Grossvater, von der Ente, dem Vogel, der Katze, den Jägern und dem Wolf. Stocker liest die Textfassung des deutschen Humoristen Loriot. Und die Musik, einer Filmmusik gleich, untermalt den Text, bringt Rhythmus ins Geschehen. Prokofjew hat das Stück 1936 geschrieben.

«Peter und der Wolf» ist ein Musikstück, das seit Generationen Jung und Alt in seinen Bann zieht, überrascht und begeistert. Den verschiedenen Figuren und Tieren sind bestimmte Instrumente zugeordnet. So wird der Grossvater vom Fagott gespielt, der Wolf von den Hörnern und der Vogel zum Beispiel von der Solo-Flöte.

Was so leicht und locker tönt, ist für die Musiker äusserst anspruchsvoll und virtuos zu spielen. Prokofjew hat die Dramatik des Geschehens in eine äusserst dramatische und rhythmisch variantenreiche Musik umgesetzt.

Der Dirigent des Orchestervereins, David Reitz, setzt mit diesem Projekt sein Konzept von Jugendförderung um. Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule spielen mit, und sie haben gleich neun Schüler mitgebracht. «Ich will die jungen Musiker abholen», sagt Reitz, «denn wenn die Erfahrenen und die Jungen miteinander musizieren, profitieren sie alle voneinander.» Das Werk «Peter und der Wolf» begeistert auch über die Generationen hinweg.

Nach dem Wolf folgt Bond 007

Der Probenbesuch zeigt, höchste Konzentration und präzises Spiel aller ist vonnöten, denn das Werk ist so durchsichtig gesetzt, dass die einzelnen Stimmen jederzeit herauszuhören sind. Reitz führt locker und dennoch bestimmt durch die Probe. Er unterbricht, lässt wiederholen, kritisiert und lobt. Die Stimmung ist aufgeräumt, die Begeisterung spürbar.

Im zweiten Teil des Konzertes erklingt Filmmusik aus den bekannten Kinostreifen «Forrest Gump», «Evita» und «James Bond 007».

Konzert Orchesterverein Reinach: Sonntag, 5. September, 17 Uhr; Leitung David Reitz; www.ovreinach.ch