Pfarrstreit
«Ich habe keine meiner Amtspflichten verletzt»

Pfarrer Urs Klingler nimmt Stellung zu Aussagen der Kirchenpflege Rein

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Kirchenpflege gegen Pfarrer: So präsentiert sich die Ausgangslage bei den Wahlen in der Reformierten Kirchgemeinde Rein.

An einer Medienorientierung hatte die Kirchenpflege der Reformierten Kirchgemeinde Rein ihre Gründe dargelegt, die sie dazu bewogen haben, Pfarrer Urs Klingler nicht zur Wiederwahl vorzuschlagen. (Diese Zeitung hat berichtet.) Jetzt äussert sich Pfarrer Klingler zu den Vorwürfen der Kirchenpflege.

Kirchenpflege gegen Mediation

«Die Kirchenpflege Rein behauptet, dass es ihr ‹seit vielen Jahren› nicht, auch nicht in einem Mediationsverfahren, gelungen sei, ‹dass Pfarrer Urs Klingler seine Amtspflichtverletzungen eingestellt hätte›», erklärt Pfarrer Klingler. «Tatsache ist aber, dass der gegenwärtige Präsident seit 31⁄2 Jahren im Amt ist und dass es in der Amtszeit des gegenwärtigen Präsidenten keine Mediation gegeben hat.» Es habe im Sommer 2010 eine Schlichtungsverhandlung gegeben, stellt Pfarrer Klingler fest. «Die Frage, ob die Parteien be-reit wären, in eine mediative Lösungssuche einzusteigen, wurde von den Vertretern der Kir-
chenpflege verneint (Brief der Schlichtungskommission vom 11.6. 2010).»

Pfarrer Klingler erklärt zudem, dass der Vergleichsvorschlag der Schlichtungskommission gelautet habe: «Werden sowohl Pfarrer Urs Klingler wie auch die Kirchenpflegemitglieder wiedergewählt, unterziehen sie sich gemeinsam einer professionellen Mediation (Brief vom 11.6. 2010).» Dieser Vorschlag
sei von ihm angenommen, von der Kirchenpflege jedoch abgelehnt worden. «Damit ist das Schlichtungsverfahren gescheitert (Brief der Schlichtungskommission vom 28.6. 2010)».

«Pauschale Vorwürfe»

Die von der Kirchenpflege gegen ihn erhobenen «Anklagen» hätten bereits der Schlichtungskommission vorgelegen, betont Urs Klingler. Die Schlichtungskommission habe dazu ausgeführt: «Da es darin nicht um eine spezifische, beklagte Handlung ging, kann die Schlichtungskommission keine Rechtsmittelbelehrung bezüglich des weiteren Vorgehens an die Parteien abgeben (Brief vom 28.6. 2010).» Damit, so Pfarrer Klingler, «wird festgestellt, dass ich mich keiner Amtspflichtverletzung schuldig gemacht habe, und schon gar nicht seit vielen Jahren».

Die Schlichtungskommission sei den Ursachen des Konfliktes nachgegangen, betont Pfarrer Klingler. Sie habe dabei festgestellt: «Die Differenzen spielten sich in einem Dreieck zwischen dem jungen Pfarrerehepaar Luc und Tabea Hintze-Stalder, dem langjährigen Gemeindepfarrer Urs Klingler und der Kirchenpflege ab. Die seit dreieinhalb Jahren im Amt stehende Kirchenpflege tendierte in ihrer Auffassung eher zum jungen Pfarrehepaar, was sich auch in ihren Entscheidungen und Anordnungen auswirkte (Brief vom 28.6. 2010).» (lp)