Zwillinge
«Ich freue mich aufs Aufräumen»

Die Fünfklässlerinnen Patricia und Franziska sind schon alte Hasen, was das Brugger Jugendfest angeht. Dagegen ist ihr Lehrer ein Jungspunt.

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Franziska

Franziska

Aargauer Zeitung

Maja Sommerhalder

«So viele Rosen - langsam wird es langweilig», sagt Franziska Lang (11) und versucht mit viel Kraft einen Draht durch das gefaltete Papier zu fädeln: «Das ist streng», sagt sie und eine Freundin kommt ihr zur Hilfe. Es ist Dienstagmorgen und die Fünftklässlerin ist seit einem Tag am «Rösele». «Wir basteln unzählige Rosen aus Papier für die Dekoration des Jugendfestes», erklärt Franziska.

Seit Montag herrscht an der Schule Brugg Ausnahmezustand. Es wird gebastelt, geschmückt und geprobt: Während der so genannten Büscheliwoche bereitet sich alles aufs Jugendfest vor. Auch Franziskas Lehrer Daniel Notter (34) ist am «Rösele»: «Es läuft wie verrückt. Die Mädchen und Buben arbeiten gut. Heute Mittag sind wir sicher fertig.» Franziska freut sich schon jetzt auf den Nachmittag:

«Dann dürfen wir das Schulzimmer aufräumen.» Aufräumen ist ihr lieber als Basteln? «Solange ich nicht zu Hause Ordnung machen muss, macht es mir nichts aus.» Ein Schulzimmer weiter bastelt ihre Zwillingsschwester Patricia (11) Papierrosen. «Ich glaube, es sind 300 Stück.»

Lehrer ist Jugendfest-Küken

Franziska und Patricia sind zwar Zwillinge, gleichen einander aber nicht wie ein Ei dem anderen. So ist Patricia etwa zehn Zentimeter grösser als ihre Schwester. Dafür haben sie beide gerne Tiere, machen Ballett und spielen Klavier. Auch was das Brugger Jugendfest angeht, sind sich die Bruggerinnen einig. «Der Umzug und der Spielnachmittag das Beste.» Ihre weissen Kleider, die sie am Umzug tragen werden, hängen schon im Schrank.

Auch bei diesem Thema herrscht Einigkeit: «Der Umzug dürfte ruhig etwas bunter sein.» Seit dem Kindergarten machen Franziska und Patricia beim Jugendfest mit. Haben sie spezielle Erinnerungen? «Wir mussten schon die Kleider wechseln, weil es so stark regnete», erzählt Patricia und Franziska ergänzt. «Ich erinnere mich an den Snowjet. Das ist eine Bahn des Lunaparkes.»

Patricia: (2. v. rechts): «Wir müssen noch etwa 300 basteln.» som Patricia: (2. v. rechts): «Wir müssen noch etwa 300 basteln.» som

Patricia: (2. v. rechts): «Wir müssen noch etwa 300 basteln.» som Patricia: (2. v. rechts): «Wir müssen noch etwa 300 basteln.» som

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Ihr Lehrer Daniel Notter hingegen ist ein richtiges Küken, was das Jugendfest angeht: «Ich kam erst vor drei Jahren nach Brugg. Meine Schüler mussten mir erklären, wie alles funktioniert.» Zudem sei er von älteren Kollegen in die «Wissenschaft» Brugger Jugendfest eingeführt worden: «Man darf einfach keine Panik davor haben, dann klappt es schon.»

«Ein schönes Ritual»

Mittlerweile sind für ihn Fest und Büscheliwoche der krönende Abschluss eines Schuljahres: «Alles arbeitet auf das Fest hin, und dann hat man Ferien.» Die Tradition sei ihm ans Herz gewachsen: «Es ist ein schönes Ritual. Solche wiederkehrenden Ereignisse sind wichtig für die Schüler.» Nach diesem Jugendfest heisst es für ihn Abschied nehmen von seiner Klasse.

Die Fünftklässler treten in die Oberstufe über: «Ich bin schon etwas traurig, da ich eine gute Klasse hatte.» Auch Franziska und Patricia werden nach den Sommerferien die Bezirkschule besuchen. «Wir freuen uns», sagt Patricia und meint damit nicht nur die neue Schule: «In den Sommerferien fahren wir für drei Wochen in die USA. Wir werden zum ersten Mal im Meer baden.»