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Horror-Crash in China: Darum müssen bei uns überstehende Ladungen auffällig gekennzeichnet werden

Passiert ist der Unfall auf einer sechsspurigen chinesischen Autobahn. Ein mit einem überlangen Stahlträger beladener Lastwagen biegt (!) in eine Seitenstrasse ab. Ein nachfolgender PKW setzt zum Überholmanöver an – doch bleibt an der Lkw-Ladung hängen.

Elia Diehl
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Ob bei dem Unfall Personen verletzt wurden ist nicht bekannt, aber wohl wahrscheinlich. Das Video aus China ist ein starkes Argument für zwei bei uns vorherrschende Verkehrsgesetzmässigkeiten und sind Beweis dafür, dass wir mit dem Strassenverkehrsgesetz definitiv nicht überreglementieren.

Erstens: Auf einer Autobahn gibt es mit gutem Grund keine Abzweigungen.

Zweitens: Das Strassenverkehrsgesetz und die Verkehrsergelnverordnung schreibt zu Recht penibel vor, wie eine Fahrzeug beladen werden darf und wie nicht. Damit solche Unfälle wie dieser in China hierzulande nicht passieren, gibt es folgende Vorschriften:

Was muss beim beladen eines Fahrzeugs beachtet werden.

Im Artikel 30 Absatz 2 des schweizerischen Strassenverkehrsgesetzes hält fest:

Fahrzeuge dürfen nicht überladen werden. Die Ladung ist so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Überhängende Ladungen sind bei Tag und Nacht auffällig zu kennzeichnen.

Die Verkehrsregelnverordnung präzisiert das Gesetz wie folgt:

Artikel 58 Absatz 2: 

Stehen Ladungen, Einzelteile oder Anhänger nicht leicht erkennbar seitlich vor, so sind die äussersten Stellen deutlich zu kennzeichnen, tags mit Wimpeln oder Tafeln, nachts und wenn die Witterung es erfordert, mit Licht oder Rückstrahlern, die nach vorne weiss und nach hinten rot leuchten; die Rückstrahler dürfen sich höchstens 90 cm über dem Boden befinden. Das Ende von Ladungen oder Einzelteilen, die das Fahrzeug auf der Rückseite um mehr als 1 m überragen, ist ebenfalls deutlich zu kennzeichnen.

Artikel 73 Absatz 3: 

Die Ladung darf bei Motorfahrzeugen, von der Mitte der Lenkvorrichtung gemessen, höchstens 3,00 m nach vorne und bei Motorfahrzeugen und Anhängern höchstens 5,00 m hinter die Mitte der Hinterachse oder den Drehpunkt der Hinterachsen hinausreichen, wenn sie über die Ladefläche hinausragt.

(edi)