Wallis
Homosexualität sei «heilbar»: Bischof von Sitten sorgt für Empörung

Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, hat in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Walliser Zeitung "Nouvelliste" Homosexualität als "heilbar" bezeichnet. Die Lesbenorganisation Schweiz zeigt sich schockiert und empört.

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Bischof Jean-Marie Lovey auf einem Archiv-Bild.

Bischof Jean-Marie Lovey auf einem Archiv-Bild.

Keystone

Die Aussagen machte Lovey weniger als einen Monat vor der geplanten Gay Pride in Sitten am 13. Juni. Die Walliser Zeitung publizierte ein Interview mit dem Bischof auf einer Themenseite zur Vereinbarkeit von Kirche und Homosexualität.

Der Walliser Oberhirte betont dabei, dass das menschliche Wesen von Natur aus in männlich und weiblich geschlechtlich differenziert sei. Auf die Frage, ob er Homosexualität als Krankheit bezeichne, antwortet Lovey: "Nein, es ist eine Schwäche der Natur."

Der Beweis dafür sei, dass es ein Leiden gebe bei der Person, welche Homosexualität lebe, und ihrem Umfeld. Aber das ändere weder an der Menschlichkeit und der homosexuellen Person etwas, noch an deren Würde.

Diese Aussagen des Bischofs von Sitten würden zur Abweisung anstiften, hielt Barbara Lanthemann, Generalsekretärin der Lesbenorganisation Schweiz, fest. Sie hofft, dass der Bischof in einem Geist der Beruhigung der Lage einige Wochen vor der Pride Worte der Korrektur dieser "bewussten verbalen Entgleisung" finden werde. (sda)

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