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Holperpiste wird saniert

Für Tausende von Aargauer Pendlern ist der Zürcher Nordring ein tägliches Ärgernis. Nicht bloss wegen der regelmässigen Staus, sondern insbesondere wegen des schlechten Zustands der Fahrbahn. Nach den Sommerferien wird alles besser sein.

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Nordring Zürich Sanierung

Nordring Zürich Sanierung

Schweiz am Sonntag

von Toni Widmer

Auf dem Zürcher Nordring wähnt man sich seit Jahren in einem Entwicklungsland. Auf dem ruppigen Strassenbelag müssen die Stossdämpfer von rund 100 000 Fahrzeugen täglich Höchstleistungen vollbringen, und Heerscharen von Aargauer Pendlern hoffen jeden Morgen und Abend, dass ihre Rücken die rund sechs Kilometer lange Strecke zwischen Gubristtunnel und Stelzenunterführung schadlos überstehen.

Baugesuchsverfahren für Nordringausbau läuft

Der Zürcher Nordring ist mit über 100 000 Fahrzeugen pro Tag einer der meistfrequentierten Autobahnabschnitte in der Schweiz. Und wegen der täglichen Staumeldungen auch einer der bekanntesten. Im Herbst 2007 hat der Bundesrat ein generelles Ausbauprojekt für die Nordumfahrung genehmigt. Geplant ist, die Autobahn zwischen dem Limmattaler Kreuz und der Verzweigung Zürich Nord auf sechs Fahrspuren auszubauen. Kernstück des Projekts bildet eine dritte, rund 3,3 Kilometer lange Röhre durch den Gubrist. Die Gesamtkosten des Ausbaus werden auf rund 940 Mio. Franken veranschlagt. Das Projekt wurde vom 16. März bis 29. April 2009 öffentlich aufgelegt, zurzeit läuft das Beschwerdeverfahren. Gerechnet wird, dass es bis zum Erhalt der Baubewilligung mindestens drei bis vier Jahre dauern wird. (to)

Nach den Sommerferien ist die jahrelange Tortur vorbei. Der 25 Jahre alte Belag wird - zumindest auf der Normalspur - gänzlich ersetzt. Eigentlich hatte der Bund mit der Sanierung noch zuwarten und das viel befahrene Autobahnstück erst im Zuge des geplanten Sechsspur-Ausbaus instand setzen wollen. Doch der Zustand der Fahrbahn hat sich innerhalb kurzer Zeit so verschlechtert, dass sich eine Sanierung nicht mehr länger hinausschieben lässt. «Die Schäden sind insbesondere auf der Normalspur derart massiv, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer nicht mehr vollumfänglich gewährleistet werden kann», erläutert Projekt- und Bauleiter Olivier Leuenberger vom Zürcher Ingenieurbüro F. Preisig AG.

Im Hinblick auf den Sechsspur-Ausbau, mit dessen Beginn in frühestens drei bis vier Jahren zu rechnen ist, wird dabei allerdings nicht mit der grossen Kelle angerichtet: «Wir machen das, was nötig ist, und nicht mehr», umschreibt Leuenberger den Umfang der Instandstellung, mit der am Montag begonnen wird. Bis am 26. August werden die Beläge auf den beiden Normalspuren erneuert und auf den Überholspuren dort wo nötig saniert. In den nächsten sechs Wochen gilt auf dem erwähnten Autobahnabschnitt das Verkehrsregime 3/1. Vorerst werden drei Spuren auf der Fahrbahn in Richtung Glattbrugg und eine auf der Fahrspur in Richtung Gubristtunnel geführt. Wenn Ende Juli die Normalspur in Richtung Bern saniert ist, wird die Verkehrsführung entsprechend umgestellt.

Die Arbeiten wurden bewusst in die Sommerferien verlegt, weil in dieser Zeit das Verkehrsaufkommen auf der Nordtangente um rund 20 Prozent geringer ist als sonst. Für die Aargauer Pendler sind die Chancen somit intakt, dass sie auch in den nächsten sechs Wochen ohne zusätzlichen Stau an ihren Arbeitsplatz gelangen. Mit den Vorarbeiten für die Sanierung wurde übrigens bereits im Mai begonnen. Jeweils in der Nacht ist der Belag Zug um Zug auf jenen Abschnitten erneuert worden, auf denen das 3/1-Verkehrsregime nicht möglich ist.

Bis am 26. August werden auf dem sechs Kilometer langen Autobahnteilstück nun unter anderem 470 Schachtdeckel auf Pannenstreifen und Überholspuren ausgewechselt, rund 8000 Kubikmeter Beläge und 7500 Kubikmeter Unterbau (Zementstabilisierung) abgebrochen sowie 2100 Tonnen Drainasphalt und rund 28 000 Tonnen normaler Asphalt eingebracht. All das für die Sicherheit und den Komfort auch der Aargauer Pendler.

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