Hohe Geldstrafen wegen Raserrennen auf der A1

Hohe Geldstrafen wegen Raserrennen auf der A1

Hohe Geldstrafen wegen Raserrennen auf der A1

Auf dem Weg ins Casino Baden leisteten sich zwei junge Männer auf der A1 bei Geroldswil ein Rennen mit bis zu 221km/h. Die Polizei filmte die Fahrt.

Attila Szenogrady

Es war in der Nacht auf den 13.April 2009, als ein heute 23-jähriger Winterthurer noch in den frühen Morgenstunden das Casino Baden aufsuchen wollte. Kurz vor zwei Uhr fuhr der Schweizer durch den Gubrist in Richtung Spreitenbach. Begleitet von einem kosovarischen Kickboxer, der mit dem Auto seines Vaters unterwegs war.

Auf der Höhe von Geroldswil beschleunigten beide Männer ihre Fahrzeuge plötzlich massiv. Eine Polizeipatrouille konnte das spontane Raserrennen in einem Videofilm festhalten. Der Schweizer und sein Rennpartner rasten mit bis zu 221Stundenkilometern über den Asphalt. Mit der Folge, dass das Duo nicht mehr zum Glücksspiel kam, sondern in Spreitenbach von der Polizei gestoppt wurde.

Am Dienstag standen die beiden Autolenker vor dem Bezirksgericht Dietikon. Der heute 24-jährige Kosovo-Albaner sprach von einer Riesendummheit. Auch der Mitbeschuldigte zeigte sich reumütig. Kein Wunder: So wurde inzwischen beiden vorbestraften Angeklagten aufgrund des Rennens der Führerausweis für unbestimmte Zeit entzogen. Der Kosovare verlor deshalb seinen Arbeitsplatz.

Beide Angeklagten wiesen vor Gericht das grobe Verkehrsdelikt nicht von sich. Allerdings machten sie geltend, dass sie von ihrem aussergewöhnlichen Tempoexzess gar nichts bemerkt hätten. Der Schweizer gab an, dass er gar nicht realisiert habe, dass er so schnell unterwegs sei. Er habe eigentlich bloss zwei neu eingebaute Turbos testen wollen.

Hohe Geldstrafen gefordert

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis verlangte hohe, teilbedingte Geldstrafen. 180Tagessätze zu 80Franken für den Winterthurer. Davon sollte er 45Tagessätze bezahlen. Der zweite Antrag lautete auf 180Tagessätze zu 50Franken. Davon sollte der zweite Beschuldigte die Hälfte bezahlen. Zudem sollten beide Männer an einem kantonalen Lernprogramm teilnehmen.

Die beiden Verteidiger plädierten für bedingte Geldstrafen: 100 Tagessätze zu 80 Franken für den Schweizer, 120Tagessätze zu 50Franken für den Kosovaren.

Es wird für beide teuer

Das Gericht folgte im Wesentlichen der Anklagebehörde. Der Kosovare kassierte antragsgemäss eine teilbedingte Geldstrafe von 9000 Franken. Davon soll er die Hälfte bezahlen. Mehr Glück hatte der Schweizer: Er erhielt eine teilbedingte Strafe von 160 Tagessätzen zu 80 Franken. Wobei er 40 Tagessätze, also 3200 Franken zahlen muss. Die leichte Strafsenkung begründete der Richter mit dem Fehlen einer einschlägigen Vorstrafe. So sei der Winterthurer bisher bloss wegen kleinerer Drogendelikte belangt worden, hiess es. Trotzdem wird es für beide Raser teuer. So wurden ihnen zusätzlich sämtliche Gerichtskosten auferlegt.

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