Hoffnung für alle statt Einsamkeit

Das Badener Begegnungszentrum Hope öffnet auch über die Weihnachtstage seine Türen. In der Weihnachtszeit allein sein – das will keiner gerne. Das christliche Sozialwerk Hope kümmert sich deshalb um Menschen, die die Festtage nicht im Familienkreis verbringen können.

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Daniele Fleischmann

Daniele Fleischmann

Aargauer Zeitung

Stefanie Niederhäuser

Während Familien sich auf das Zusammensein in der Weihnachtszeit freuen, stehen einige Menschen allein da: Sie haben keine Familie. Sollen sie sich ausgerechnet am Fest der Liebe einsam fühlen? Nein, sagt sich das Begegnungszentrum Hope und öffnet über Weihnachten fast jeden Tag seine Türen für einen speziellen Anlass.

«Für viele Menschen ist das ‹Hope› zur Familie geworden», sagt Geschäftsführerin Daniela Fleischmann. «Es wäre deshalb die schlechteste Zeit, das Zentrum zu schliessen.» Das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist in der Weihnachtszeit speziell gross.

Nächstenliebe leben

«Ich wünsche mir, dass die Menschen spüren, dass sie bei uns willkommen sind, auch mit ihren Nöten. Ich wünsche mir, dass sie spüren, dass man sie gerne hat», sagt Fleischmann. Und noch etwas: «Ich wünsche mir, dass sie spüren, dass da ein Gott ist, der es gut meint mit ihnen.» Denn was an Weihnachten gefeiert wird, gilt für Fleischmann jeden Tag: Jesus Christus ist auf die Erde gekommen, am Kreuz gestorben und - das Wichtigste: Er ist wieder auferstanden.

Die Liebe, die Gott dadurch ausdrückt, dürfen Christen weitergeben. In einfachen, klaren Worten fasst die Geschäftsführerin zusammen, was das christliche Evangelium ausmacht. Doch es sind nicht Worte, die im «Hope» im Zentrum stehen, auch an Weihnachten nicht. Es sind Taten, es ist die Nächstenliebe. Ein Zeichen dafür sind die vielen Freiwilligen, die über Weihnachten - und natürlich auch unterm Jahr - zum Einsatz kommen.

«Ohne sie könnten wir ein solches Projekt nicht bewältigen, sagt Fleischmann. Deshalb sucht sie immer wieder Leute, die bereit sind, etwas von ihrer Zeit für Menschen auf der Schattenseite des Lebens zu investieren. «Je mehr Leute wir haben, desto mehr können wie erreichen.» Denn zu tun gebe es noch unendlich viel.

Für Daniela Fleischmann ist äusserst wichtig: Willkommen sind im Begegnungszentrum alle. Die Religionszugehörigkeit spielt keine Rolle. «Manche Leute kommen an Weihnachten zu uns, weil sie Fröhlichkeit spüren, Wärme oder weil sie einfach Gemeinschaft suchen.» Auch sie haben Platz im Zentrum.

Auf alle Interessierten wartet ein vielseitiges Programm. Ein ganz besonderer Anlass sei die «Stubete» am 25. Dezember, sagt Fleischmann. «Letztes Jahr habe ich gemerkt, wie viele Ressourcen bei unseren Gästen vorhanden sind», sagt sie. «Diese möchten wir nützen.» An der «Stubete» wird das Programm deshalb von den Gästen gestaltet. «Jeder kann einbringen, was ihm liegt», erklärt die Geschäftsleiterin.

Hinweis

Hope ist während der Festtage geöffnet: 25./26./27./30. Dezember sowie 1./3. Januar jeweils 15 bis 19 Uhr; 28. Dezember 17.30 bis 21 Uhr; 29. Dezember 18 bis 21 Uhr. Stadtturmstrasse 16, Baden, www.hope-baden.ch. Angebote meist kostenlos.
Spendekonto: PC 50-18771-9
Gesucht: freiwillige Helfer für einen einmaligen sozialen Einsatz: Tel. 056 221 84 64

Ein Gedicht, eine schöne Geschichte, ein Instrument - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. «So entsteht eine wunderbare Vielfalt und gleichzeitig spüren die Menschen: Ich habe auch etwas zu bieten, ich kann etwas», sagt Fleischmann. Das sei sehr wichtig, denn so können sie in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Identität - beides oft stark angeschlagen - gestärkt werden.

Wertvolles Geschenk

Mit den Weihnachtsaktionen macht das «Hope» allen Interessierten ein Weihnachtsgeschenk, und zwar das wohl schönste und wichtigste, das ein Mensch machen kann: Sie schenken Zeit und Gemeinschaft - Liebe. Jeder ist eingeladen und willkommen, vorbeizu- gehen und dieses Geschenk anzunehmen.