Auch die Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) hat die Krise zu spüren bekommen. Nach vielen Jahren muss sie für 2009 wieder einmal ein negatives Ergebnis verzeichnen. Aber sie darf sich auch «überdurchschnittlicher Kundenzufriedenheit» erfreuen.

«Mit dem kommerziellen Ergebnis können wir nicht zufrieden sein», hält Ruedi Freiermuth, OeBB-Verwaltungsratspräsident, im Jahresbericht 2009 fest. Die Erfolgsrechnung weist einen Ertrag von 2,65 Mio. Franken und einen Aufwand von 2,99 Mio. Franken auf. «Gewisse Umsatzeinbussen im Güterverkehr und im Nostalgieverkehr können eindeutig der Wirtschaftskrise angelastet werden.» Als Hauptgründe nennt Freiermuth im Güterverkehr kundenseitige Terminverschiebungen und weniger Transporte für die Saber Swiss Quality Paper AG. Demgegenüber steht unter anderem ein über drei Jahre laufender Auftrag für die Marti Tunnelbau AG (Kiescontainer).

Mehr Schäden

Negativ zu Buche geschlagen haben unberechenbare Schäden verschiedener Art. Da sind einmal mutwillige Beschädigungen an Gebäuden und Rollmaterial, die im Berichtsjahr 20000 Franken ausmachten. Weiter berge der Einsatz von Rollmaterial-Occasionen die latente Gefahr von überraschend notwendigen, grösseren Reparaturen, «trotz gründlichem und regelmässigem Unterhalt», wie Freiermuth betont. Laut Jahresbericht werden die Fahrzeuge durch den durchgehenden Halbstundentakt stark beansprucht. Bei den Geleisen machen die 1100 Tonnen schweren Marti-Transportzüge Unterhaltsarbeiten in kürzeren Abständen nötig.

Gut hingegen sind die Nachrichten, was die Sicherheit angeht, konnte doch der Betrieb unfall- und störungsfrei abgewickelt werden. Ebenso in Bezug auf die Kundenzufriedenheit; im Jahr 2006 wurde dazu eine erste Studie durchgeführt und 2009 eine weitere. Das Resultat: «Die OeBB stellt ihre Kunden überdurchschnittlich gut zufrieden.»

Naturpark Thal und Tourismus

Jährlich transportiert die OeBB mehr Personen, hauptsächlich Pendler. Beim Ausflugsverkehr dürften es mehr sein, wie Geschäftsführer Heinz Kamber ausführt. «Wir erhoffen uns noch etwas vom Tourismus im Naturpark Thal.» Die OeBB helfe bei der Förderung mit. Beim Bahnhof Balsthal wurde ein Infopoint für den Naturpark Thal eingerichtet. «Da liegen Prospekte aller Art auf, weitere sind erwünscht. Sie müssen aber schon einen Zusammenhang mit dem Naturpark haben.» Viel Freude bereitet der OeBB der «Rote Pfeil», der für rund 100000 Franken mit einem Zugsicherungssystem aufgerüstet wurde. Dies war Bedingung fürs Fahren auf dem übrigen Bahnnetz der Schweiz. 29-mal war er 2009 unterwegs – ein neuer Rekord. (wak)