Toni Widmer

Das Prinzip der neuen mobilen Hochwassersperren ist verblüffend einfach: An einem Flussufer werden röhrenförmige Doppelschläuche aus Kunststoff ausgelegt. Die einzelnen, 5 oder 15 Meter langen Elemente werden mit Luft gefüllt und miteinander bis zur gewünschten Dammlänge verbunden. Die luftgefüllte, orangefarbene Riesenwurst ist sehr flexibel und kann exakt den topografischen Verhältnissen angepasst werden. Erst wenn die Wurst richtig liegt, wird sie mit Wasser gefüllt, und fertig ist der rund einen Meter hohe Schutzdamm.

Vorab einen Kilometer gekauft

Die orangefarbene Wurst hat sich bei Hochwassern in der Vergangenheit mehrfach bewährt. Das gleiche System der Firma Beaver wird auch von verschiedenen benachbarten Kantonen sowie von der Armee eingesetzt. Bei der Evaluation habe dieser Umstand eine wichtige Rolle gespielt, erklärte André Baur, Mitarbeiter der Sektion Katastrophenvorsorge und Projektleiter in der vom Regierungsrat im November eingesetzten Arbeitsgruppe für die Beschaffung.

Nachschub ist schnell da

«Das Beaver-Produkt ist ein sehr effizientes System mit einer langen Lebensdauer. Es lässt sich problemlos als Ergänzung zusammen mit den bewährten Sandsäcken einsetzen und es ist nicht zuletzt kompatibel mit den Systemen der Nachbarkantone und jenem des Militärs.» Der Aargau, erklärte Andreas Schmid, Chef Kantonales Katastrophen-Einsatzelement, habe vorab Elemente für einen Kilometer Hochwasserschutzsperre angeschafft. Im Bedarfsfall könnten aber innert Kürze weitere Elemente aus Nachbarkantonen oder Armeebeständen herangeschafft werden. Wie schnell das geht, wurde gestern, bei der offiziellen Vorstellung des Systems auf dem Waffenplatz Brugg, mit dem Einsatz eines Armee-Helis demonstriert.

AGV zahlt den Löwenanteil

Die Kosten von 500 000 Franken für das System werden von der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) übernommen. Mit weiteren 150 000 Franken finanziert die Abteilung Landschaft und Gewässer zwei grosse Anhänger, mit denen die im Zeughaus Aarau gelagerten Systeme an die Flüsse transportiert werden können. Über einen Einsatz der mobilen Sperre entscheidet im Bedarfsfall der Kantonale Führungsstab anhand vorbereiter Einsatzpläne.