Hochstamm Seetal AG
Hochstamm Seetal AG gegründet

Am 18. November wurde in Hildisrieden die Hochstamm Seetal AG ins Leben gerufen. Die neue AG will das wirtschaftliche Potenzial der Hochstammbäume und das landschaftliche Potenzial des Seetals nutzen.

Alfred Gassmann
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Hochstamm AG

Hochstamm AG

Stadtanzeiger

Ein aussergewöhnliches Projekt, ein aussergewöhnlicher Moment, ein aussergewöhnlicher Ort»: Kurt Bischof, Kommunikationsbeauftragter, kam am Tag der Gründung der Hochstamm Seetal AG ins Schwärmen. Verständlich, denn die Gründung war von langer Hand vorbereitet und die AG soll dem Seetal zu mehr Blüte verhelfen.

Hochstammbäume sind nicht nur schön, sondern auch wirtschaftlich interessant. Davon sind der Bund, die Kantone Luzern und Aargau sowie die Gründer überzeugt. Zum ersten Verwaltungsratspräsidenten der AG wurde Josef Wermelinger, Hitzkirch, gewählt und der aargauische Teil des Seetals wird in der AG von Toralf Richter, Marketingfachmann, Seon, und von Matthias Hünerfauth, Landwirt, Meisterschwanden, vertreten.

Im lichtdurchfluteten Baumhaus in Hildisrieden spielte keine Blasmusik auf. Angestossen auf die Gründung wurde nicht mit Wein, sondern mit Süssmost oder Surgrauech. Wie heisst doch der Zweck der AG: «Die Gesellschaft fördert den Hochstammobstbau und verbessert die Wertschöpfung aus der Produktion, der Entwicklung, der Verarbeitung und der Vermarktung der Hochstammproduktion».

Die ausserordentlichen Generalversammlungen des Vereins Kulturlandschaft Aargauer Seetal und des Vereins Interessengemeinschaft Hochstamm Luzern haben am 7. September je einstimmig beschlossen, die neue Aktiengesellschaft Hochstamm Seetal zu gründen. Diese beiden Vereine bleiben bestehen.

Ausgelöst werden Investitionen von knapp 4,7 Millionen Franken

Der Hochstammobstbau, der das Seetal seit Generationen prägt, soll mit neuen Ideen Bauern und Gewerblern zusätzliches Einkommen ermöglichen und die Region zu einem Ausflugs- und Erlebnisziel machen. Profitiert wird von der neuen Regionalpolitik des Bundes, der Projekte zur regionalen Entwicklung fördert. Der Bund und die beiden Kantone anerkennen das Hochstammland Seetal als unterstützungswürdig.

Vorgesehen ist, dass der Bund das Projekt Hochstamm Seetal AG mit 35 Prozent der Gesamtinvestition von knapp 4,7 Millionen Franken unterstützt. Der Kanton Luzern trägt 24 Prozent bei, der Kanton Aargau 6 Prozent. Eine Aktiengesellschaft ist unabdingbar, um die bereitgestellten Investitionsgelder vom Bund und der beiden Kantone auszulösen.

Für gemeinschaftliche Investitionen sind brutto knapp 2 Millionen Franken, für einzelbetriebliche Investitionen 2,7 Millionen Franken beabsichtigt. Mitmachen werden 8 Betriebe aus dem Kanton Aargau und 42 Betriebe aus dem Kanton Luzern. In vier Jahren versiegen die Gelder und die AG muss selbsttragend und gewinnorientiert arbeiten.

Reiche Palette von Ideen

«Die AG kann ihre Arbeit aufnehmen», erklärte Verwaltungsratspräsident Josef Wermelinger nach seiner Wahl. Gesucht wird derzeit ein kreativer Geschäftsführer mit hohem Fachwissen.

Gebaut werden Silos und Kühlräume, zu koordinieren und zu optimieren sind die Obstannahme und die Verarbeitung. Entstehen werden ein Hochstamm-Erlebnisweg für Wanderer und Velofahrer, Erlebnisangebote auf Bauernhöfen und einladende Hofläden.

Produziert werden Dörrobst, exklusive Säfte, Brände und Konfitüren aus Seetaler-Hochstamm-Früchten. In Restaurants und in der bäuerlichen Gastronomie warten bald Hochstamm-Angebote. Die anlaufende Werbung wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Zudem sind Aktionäre herzlich willkommen.

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