Hochbetrieb bei der Graströchni

Der Bau des neuen Kreisels in Schinznach-Dorf kommt sehr gut voran.

Drucken
Teilen
kreisel.jpg

kreisel.jpg

Aargauer Zeitung

Peter Belart

Die Graströchni-Kreuzung ist beinahe legendär. So, wie sie ursprünglich angelegt war - freie Fahrt von Schinznach-Dorf in Richtung Schinznach-Bad; «Kein Vortritt» von Villnachern und Veltheim her -, barg sie jedoch grosse Unfallrisiken. Und tatsächlich kam es auch zu mehreren, zum Teil sehr schweren Unfällen. Deshalb wurde die Signalisation geändert und die Vierstopp-Lösung gewählt, schweizweit ein Unikum. Offenbar hielt aber das Bundesgericht fest, dass so etwas nicht zulässig ist, weil dadurch die Versicherungsfrage nicht eindeutig geklärt sei.

Als die Polizei feststellen musste, dass die zunächst sehr sichere Anordnung mit den vier Stopps ihre Wirkung einzubüssen begann, wurde deshalb eine neue Lösung ins Auge gefasst. Gleichzeitig hatten die Fachleute vom Strassenunterhalt in der rund 40 Jahre alten Fahrbahn beträchtliche Schäden festgestellt, die behoben werden mussten. Und als drittes Ziel wollte man das Sickerwasser fassen, befindet sich die Graströchni doch in einem Grundwasser-Schutzgebiet. So ist nun der Bau eines Kreisels im Gang, der vier Arme und einen Durchmesser von rund 30 Metern aufweist.

Vorsprung von zwei Wochen

Im Februar dieses Jahres war Baubeginn. Die Arbeiten kommen sehr gut voran, obwohl die Kreuzung jederzeit einspurig befahrbar war und es auch bleiben wird. Bereits resultierte ein Vorsprung von ungefähr zwei Wochen auf das Bauprogramm. Am vergangenen Dienstag wurden etwa zwei Drittel der Kreiselfahrbahn betoniert. Beton ist zwar etwas teurer als Asphalt. Er wird aber dort eingebracht, wo sonst durch den Schwerverkehr Schädigungen zu erwarten wären. Dies wiederum führt zu höheren Unterhaltskosten und einer kürzeren Lebensdauer.

Konkret wurde der zugeführte Beton mit einem Bagger rund 26 cm stark in die vorbereitete Schalung geschüttet. Tiefen- und Oberflächenvibratoren verdichteten die Masse und liessen eingeschlossene Luft austreten. Aufgestreutes und eingearbeitetes «Lonsicar» - ein Nebenprodukt aus der Metallindustrie - sowie der Besenstrich auf dem Beton erhöhen die Griffigkeit. Auf die so fertig gestellte Fläche spritzte ein Bauarbeiter «Curing», eine milchig-weisse Flüssigkeit, wodurch der Trocknungsprozess verzögert wird, damit keine Schwind-Risse entstehen. Es folgten noch Feinarbeiten, zum Beispiel die Anlage von Fugen. Schliesslich wurde alles mit so genannten Thermomatten abgedeckt, die das Abtrocknen des Betons ebenfalls günstig beeinflussen.

Ende Mai fertig

Bauführerin Beatrice Battistini erklärt: «In zwei Tagen dürfte der Beton bereits befahrbar sein.» Was den weiteren Gang des Bauwerks betrifft, stellten sie und die Verantwortlichen des Kantons die Inverkehrsnahme des Kreisels auf Ende Mai in Aussicht. Bis aber alle flankierenden Baumassnahmen abgeschlossen sind, dürfte es Oktober werden.

Aktuelle Nachrichten