Suchaktion

Hobby-Drohne rettet vermissten 82-jährigen Amerikaner

Drohnen mit Kamera können Menschenleben retten. Die Luftfahrtbehörden sind aber nur mässig begeistert. (Symbolbild)

Drohnen mit Kamera können Menschenleben retten. Die Luftfahrtbehörden sind aber nur mässig begeistert. (Symbolbild)

Drei Tage lang suchte die Polizei in der US-Ortschaft Fitchburg mit Suchhunden, Helikoptern und der Hilfe von Hunderten Freiwilligen nach einem vermissten Demenz-Patienten. Ohne Erfolg. Dann kam David Lesh mit seiner Drohne.

David Lesh hatte das gut ein Quadratkilometer grosse Feld mit seiner Drohne schon fast abgeflogen, als die Kamera das Bild eines älteren, verwirrt aussehenden Mannes übermittelte. Es war Guillermo DeVenecia, 82-jährig, seit drei Tagen vermisst. Trotz der Hilfe von Hunderten Freiwilligen war es der örtlichen Polizei bis dahin nicht gelungen, den demenzkranken Mann zu lokalisieren.

Hobby-Drohnenpilot Lesh jedoch wurde innert 20 Minuten fündig. Einem lokalen Fernsehsender sagte der Besitzer eines Ski-und Snowboard-Geschäfts im Anschluss an die geglückte Rettung, er sei ferienhalber in der Region gewesen und habe spontan an der Suchaktion teilgenommen. «Ich hatte nicht ernsthaft damit gerechnet, dass wir den Vermissten finden würden.»

Für Drohnen-Experten zeigt der Fall, wie nützlich unbemannte Flieger bei Suchaktionen sein können. «Jeder, der 1000 Dollar zur Verfügung hat, kann sich ein hoch effektives Luft-Suchgerät leisten», sagt Arthur Holland Michel, Gründer des Zentrums für Drohnen-Studien am New Yorker Bard College, gegenüber der Nachrichtenseite «Mashable».

Luftfahrtbehörde ist skeptisch

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA ist dennoch alles andere als begeistert von der Aussicht auf Amateure, die mit Drohnen nach Vermissten suchen. Einem Unternehmen im Bundesstaat Texas untersagte die FAA Anfang Jahr das Durchführen von unbemannten Suchflügen. Die Firma hatte zu diesem Zeitpunkt elf verschollene, wenn auch bereits verstorbene Personen aufgespürt. (Ein Richter hat das Verbot in der Zwischenzeit aber wieder aufgehoben.)

Schweiz: Strenge Regeln ab 1. August

Auch das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) setzt dem Gebrauch von Drohnen mit einem Gewicht von weniger als 30 Kilogramm enge Grenzen. Ab dem 1. August sind unbemannte Flüge im Umkreis von 100 Metern von Menschenansammlungen verboten. Bereits seit längerem untersagt sind Flüge ohne direkten Augenkontakt. Das BAZL kann Ausnahmebewilligungen erteilen. Die Auflagen sind jedoch streng. So dürfen die Fluggeräte im Fall eines technischen Defekts nicht unkontrolliert herunterfallen. Bei Kontaktverlust mit der Fernsteuerung muss eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen sein. «Die üblichen auf dem Markt erhältlichen Systeme erfüllen diese Anforderung normalerweise nicht oder nur ungenügend», schreibt das BAZL auf seiner Website. (LHN)

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