Hitze

Hitze-Rekord: Schweiz schwitzt bei 35,7 Grad

Kühles Nass ist begehrt in den letzten Wochen

Kühles Nass ist begehrt in den letzten Wochen

So warm wie heute wars 2010 noch nie. In Basel wurden am Mittwochnachmittag mit 35,7 Grad ein neuer Jahresrekord gemessen. Ein Gewittertief verspricht Linderung, aber nur vorübergehend.

Am zweitwärmsten war es laut beiden Wetterdiensten SF Meteo und MeteoSchweiz in Sitten, wo 35,6 Grad erreicht wurden. Gemäss Angaben von SF Meteo lag der bisherige Höchstwert bei 35,0 Grad - registriert am vergangenen Samstag im aargauischen Sisseln. MeteoSchweiz hatte am vergangenen Samstag als bisherigen Höchstwert 34,9 Grad gemessen, und zwar in Basel.

Die höchste je in der Schweiz gemessene Temperatur waren jene 41,5 Grad, die im Hitzesommer 2003 in Grono im Bündner Südtal Misox erreicht wurden. Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,8 Grad war der Juli 2003 allerdings nicht der heisseste Monat bisher. Im Juli 2006 betrug dieser Wert 22,5 Grad. Derzeit liegt das Mittel bei 22,0 Grad.

Wassermangel trotz Gewittern

Die heftigen Gewitter, die in den vergangenen Tagen über Teilen der Schweiz niedergingen, brachten nicht die gewünschte Abkühlung; sie hinterliessen höchstens Schäden. Und trotz lokal grossen Regenmengen herrscht in Seen und Fliessgewässern vielerorts Wassermangel.

Ursachen dafür sind gemäss einer Mitteilung von SF Meteo vom Mittwoch die grosse Trockenheit seit Jahresbeginn und die hohe Verdunstung. Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad und fast maximaler Sonneneinstrahlung sei die potenzielle Verdunstung extrem hoch. Den Böden werde die letzte Feuchtigkeit entzogen.

Von der grossen Trockenheit, die seit Anfang 2010 registriert wird, sind vor allem das westliche Mittelland und das Wallis betroffen. Letzterer erliess ein Feuerverbot. In Bern fielen seit Jahresbeginn 375 Liter Regen pro Quadratmeter. Normal wären bis Mitte Juli rund 540 Liter. Auf jedem Quadratmeter fehlen 165 Liter Regen oder 16 Giesskannen Wasser.SDA192 3 vm 434 ind 3479

Für viele Tiere eine Qual

Auch für viele Nutztiere wird die Hitzezeit zur Qual. Kühe, Schweine, Hühner, Schafe und Pferde dürfen in diesen Tagen nicht schutzlos der Sonne ausgeliefert werden und müssen genügend Trinkwasser zur Verfügung haben. Dies ruft der Schweizer Tierschutz (STS) den Tierhaltern in Erinnerung.

Nicht alle Nutztierarten vertragen hohe Temperaturen gleich gut. Am widerstandsfähigsten sind Ziegen, die hitzeresistent sind und eher auf Nässe empfindlich reagieren. Besonders hitzeanfällig sind dagegen Schweine und Hühner. Gut haben es hingegen Zootiere. Gehege und Gebäude in Tiergärten sind laut Olivier Pagan, dem Direktor des Basler Zollis, stets auch für die Extreme geplant.

Aare nicht noch mehr erwärmen

Die Hitze macht selbst den Autos zu schaffen. Hohe Temperaturen belasten insbesondere die Autobatterie. Wird diese zusätzlich von von Klimaanlage oder Radio beansprucht, ist ein Ausfall nicht mehr weit. An heissen Tagen gehen beim Pannendienst des TCS teilweise über doppelt so viele Anrufe ein wie an einem Durchschnittstag, sagte TCS-Sprecher Stephan Müller am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Auswirkungen hat die Hitze auch auf die Stromproduktion. Die Kernkraftwerke Beznau AG und Mühleberg BE mussten ihre Leistungen wegen der bereits hohen Aaretemperatur leicht drosseln. Mit der Massnahme soll erreicht werden, dass sich der Fluss nicht weiter erwärmt und dass Fische und Natur nicht gefährdet werden.

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