Blindentag

Hindernisse im öffentlichen Raum abbauen

Im Zentrum des Tags des weissen Stocks standen dieses Jahr die weissen Leitlinien in öffentlichen Räumen. Wie wichtig diese Linien für blinde und sehbehinderte Menschen sind, konnten Dietiker gestern am eigenen Leib erfahren.

Nicolas Kucera

Jedes Jahr macht die Sektion Zürich des Schweizerischen Sehbehinderten- und Blindenverbands (SBV) am Tag des weissen Stocks mit einer Standaktion in Dietikon auf die Anliegen von sehbehinderten und blinden Menschen aufmerksam. Dabei steht jedes Mal ein anderes Anliegen im Zentrum der Aktion. Dieses Jahr will man die Leute über die weissen Leitlinien in öffentlichen Räumen und deren Bedeutung für die Sehbehinderten informieren.

Dazu hat der SVB in der Markhalle in Dietikon einen Stand mit Infomaterial aufgebaut. Darüber hinaus hat man einen kleinen Hindernisparcours aufgestellt, um Interessierten ein Gefühl dafür zu geben, wie schwierig die Orientierung für sehbehinderte Menschen sein kann.

Beim Parcours handelt sich um eine rote Matte von etwa acht Metern Länge. Darauf sind die weissen Leitlinien eingezeichnet, anhand deren sich Blinde orientieren. Mit verbundenen Augen können Passanten versuchen, mit Hilfe eines weissen Stocks vom einen Ende der Matte zum anderen zu gelangen. Um die Sache ein wenig zu erschweren wurde in der Mitte ein Hindernis in Form eines Koffers platziert. Wer den Versuch unternimmt, dem wird schnell bewusst, wie wenig es braucht, um die Orientierung sehbehinderter Menschen zu beeinträchtigen.

Nun hat es in der Schweiz an vielen Orten solche Leitlinien und man könnte sich deshalb fragen, wieso der SVB den Tag des weissen Stocks dazu nutzt, auf diese Linien aufmerksam zu machen. «Die weissen Leitlinien dienen der Orientierung und sind sehr wichtig für uns. Hindernisse auf den Linien können die Orientierung stark erschweren», erklärt Urs Lüscher, Sekretär der Sektion Zürich des SBV.

Ein Problem sei die Urbanisierung der öffentlichen Räume. Insbesondere die so genannten «Begegnungszonen» machen es den Blinden oft schwer, sich zu orientieren. In solchen Zonen fehlen laut Lüscher vielerorts die weissen Linien. Ausserdem versperren in diesen Begegnungszonen öfters Hindernisse wie Fahrzeuge oder Schilder den Weg.

Deshalb will man mit der diesjährigen Aktion auf die Wichtigkeit der weissen Linien für blinde und sehbehinderte Menschen aufmerksam machen. Obwohl der ganz grosse Ansturm ausbleibt, gibt es immer wieder Passanten, die neugierig stehen bleiben, um sich über die Bedeutung der weissen Leitlinien zu informieren.

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