Hin zu andern Kassen oder günstigeren Modellen

Aquilana, Birchmeier und Publisana sind Krankenkassen mit Sitz in der Region. Auch sie bekommen die Kostensteigerung im Gesundheitswesen zu spüren und müssen die Prämien anheben – allerdings in unterschiedlichem Masse.

Louis Probst / Dieter Minder

«Bei uns gehen in diesem Jahr viele Fragen und Kündigungen ein», sagt Werner Stoller, Stellvertretender Geschäftsführer der Aquilana-Krankenkasse Baden mit. Stoller erwartet eher mehr Austritte: «Wir müssen die Prämien überdurchschnittlich erhöhen.» Dies gilt insbesondere für die Anpassungen im Aargau, in dem rund die Hälfte der Kundinnen und Kunden der Aquilana wohnen. Sehr gut positioniert sei die Kasse in der Innerschweiz und im Kanton Graubünden. «In diesen Gebieten sind wir günstig, deshalb erwarten wir viele Anfragen.» Die Krankenkasse ist in der ganzen Schweiz und in 8 Euroländern tätig. Darunter sind sehr viele Grenzgänger aus Südbaden. Bei der Aquilana sind rund 33 000 Personen versichert, betreut werden sie von 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Gesamtumsatz lag 2008 bei 121 Millionen Franken. Davon entfallen 83 Millionen auf die obligatorische Grundversicherung.

Birchmeier: Nur geringe Erhöhung

Die Krankenkasse Birchmeier in Künten versichert lediglich Leute im Kanton Aargau. Trotzdem sagt Ida Staffelbach, die Stellvertretende Geschäftsführerin: «Wir haben es momentan ziemlich streng.» Bei der Kasse gingen viel mehr Anfragen ein als in den letzten beiden Jahren. Die Ursache ist für Staffelbach klar: «Wir müssen die Prämien nur etwa 6 bis 8% anheben.» Als eigenes Produkt bietet die Krankenkasse Birchmeier die Grundversicherung an. Bei der Zusatzversicherung arbeitet sie mit der Helsana zusammen. Die Kasse wird mit 5 Vollstellen betrieben, mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind teilzeitbeschäftigt. Sie betreuen rund 5500 Personen. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie einen Gesamtumsatz von 12 Millionen Franken. Davon entfielen 11 Millionen auf die Grundversicherung.

Publisana: Wechsel innerhalb der Kasse

«Wir haben zwar viele Anfragen», sagt Hansruedi Matter, Geschäftsführer der Publisana-Krankenversicherung Brugg. «Es sind aber nur wenige Prozente, die sich zu einem Wechsel der Kasse entschliessen. Der grösste Teil betrifft interne Verschiebungen zu günstigeren Modellen wie Telmed oder Hausarztmodell.» Die Publisana, die in neun Deutschschweizer Kantonen tätig ist, habe in verschiedenen Kantonen die Tarife massiv anheben müssen, sagt Matter. «Dennoch befinden wir uns immer noch bei den günstigeren Krankenversicherungen.»

Bei der Publisana sind rund 5000 Personen versichert und rund 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der jährliche Umsatz beläuft sich auf rund 14 Mio. Franken. Davon entfallen rund 11 Mio. auf Grundversicherungen und etwa 3 Millionen Franken auf Zusatzversicherungen.

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