«Hin und wieder gibt es halt eine Busse»

Wer Güter umschlägt, darf in die Aarauer Altstadt fahren – doch nicht immer ist die Situation ganz eindeutig. Manchmal werden mit den Strafzetteln auch die Falschen erwischt.

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Busse

Busse

Aargauer Zeitung

Deborah Balmer

«Selbstverständlich darf man sein Auto am Holzmarkt parkieren, wenn man kurz Ski ins nah gelegene Sportgeschäft bringt», heisst es bei der Aarauer Stadtpolizei. Wer dazwischen noch schnell einen Kafi trinkt, macht die Rechnung ohne die Polizei.

«Vielleicht hätte ich den Kofferraumdeckel offen lassen sollen - doch dann hätte man mein Auto stehlen können», sagt Andreas Wilhelm aus Rombach. 40 Franken Busse hat ihm die Polizei aufgebrummt, weil er sein Auto für kurze Zeit am Holzmarkt, dem grossen freien Platz beim Obertorturm, stehen liess: für einen kurzen Güterumschlag.
Wilhelm ärgert sich: «Ich habe meine Skiausrüstung ins SportgeschäftHäberli gebracht - für einen Service.»
10 Minuten später sass Wilhelm bereits wieder am Steuer. Doch die Zeit reichte für die Polizei aus, um ihm die unerfreuliche Busse unter den Scheibenwischer zu klemmen.

Der Geschäftsführer vom Häberli-Sport, Beat Häberli, bestätigt: «Güterumschlag ist erlaubt - sowohl am Holzmarkt, wie direkt vor dem Sportgeschäft darf parkiert werden.» Doch: «Hin und wieder passiert es halt und jemand wird trotzdem gebüsst.»
Auch Beat Häberli selbst hat schon eine Busse kassiert, weil er seinen Wagen kurz hat stehen lassen für einen Materialumschlag. Der Grund kennt er: «Einige Parkwächterinnen kennen nichts und verteilen einfach Bussen - es fehlt ihnen das Fingerspitzengefühl.»
Bei der Stadtpolizei Aarau erklärt Daniel Ringier den Fall folgendermassen: «Wer sich einen neuen Fernseher kauft, darf diesen mit dem Auto nach Hause fahren. Doch das neue Gerät gleich noch anschliessen und erst danach wieder aus der Stadt rausfahren, das geht natürlich nicht.»

Bei der Stadtpolizei Aarau erlebt man auch immer wieder, dass jemand zwar einen Güterumschlag tätigt, danach aber noch schnell einen Kaffee trinken oder sogar noch einkaufen geht. Ringier gibt zu, dass auch mal jemand fälschlicherweise eine Busse bekommt. «Ist das erwiesen, dann ziehen wir diese aber zurück.»

Das Glück hatte auch Beat Häberli:
Er musste seine Busse dann doch nicht zahlen. Und Andreas Wilhelm aus Rombach? Der hat von der Polizei unterdessen erfahren, dass seine Beschwerde bearbeitet wird.