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Himmelblau im Kieswerk-Grau

Mit der neuen Anlage im ortsbürgerlichen Kieswerk, welche die Schlammweiher ersetzt, kann viel Wasser und damit auch Geld gespart werden. Sie ist in einem schmucken Neubau untergebracht, der diese Woche in Betrieb genommen wird.

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Kies

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Aargauer Zeitung

Heiner Halder

Mit der Farbwahl wird das Logo am grauen Werkgebäude aufgenommen: Es ist das strahlende Blau der Lenzburger Wappenkugel. Hinter den fensterlosen Fassaden befindet sich die Wasseraufbereitungsanlage, welche im Wesentlichen aus zwei grossen Behältern besteht. Sie vereinfacht das bisherige «natürliche» Verfahren mit den Schlammweihern, wo das ausgeschwemmte Material während Jahren lagerte und viel Wasser versickerte. Nach nur drei Monaten Bauzeit konnten beteiligte Firmen und Handwerker, Partner, Mitarbeiter und Kieswerkkommission unter Präsident Claudius Obrist Aufrichte feiern.

Ersatz für Schlammweiher

Der abgebaute Wandkies wird im Aufbereitungsgebäude je nach Korngrössen in verschiedene Fraktionen aufgeteilt und gleichzeitig der Sand ausgewaschen. Dieser besteht aus sehr kleinen Teilchen, welche in Form von nassem Schlamm anfallen. Das Material wird für die Auffüllung und Rekultivierung der Kiesgrube verwendet. Bis jetzt musste das Wasser in den Weihern abgeschöpft und wieder in den Kreislauf geleitet werden - ein aufwändiges Verfahren mit grossen Verlusten und bedeutendem Platzbedarf. Vizeammann Jakob Salm rechnete vor, dass in der Lenzhard-Grube so jährlich 150 000 Kubikmesser Wasser ver(sch)wendet wurden.

Mit der neuen Anlage kann der Frischwasserverbrauch um 90 Prozent gesenkt werden, weil es unverzüglich wieder in den Kreislauf kommt. Damit rechtfertigt sich auch die Investition von rund 700 000 Franken, welche in kurzer Zeit amortisiert ist. Salm betonte, dass die Finanzierung aus der Betriebsreserve des Kieswerkes erfolgt.

Schneller und sparsamer

Das von der Firma Marti Technik AG projektierte und realisierte System funktioniere ähnlich wie die
bisherige Methode, nur sehr viel schneller und eben sparsamer, erläuterte Andreas Brüngger den Vorgang. Das Dreckwasser wird in einen Behälter gepumpt und mit einem Flockungsmittel zur Beschleunigung der Schlamm-Niedersetzung behandelt. Dieser wird wie bisher in der Grube deponiert. Das saubere Wasser wird abgepumpt und in einem Tank zwischengelagert, von wo es wieder in den Waschwasser-Kreislauf gelangt.

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