Hier trauert die Bundeskanzlerin um die Toten
Hier trauert die Bundeskanzlerin um die Toten

Eine Woche nach der Tragödie nimmt Duisburg Abschied von den Opfern der Loveparade. Angehörige, Freunde Rettungskräfte suchen Trost. Auch Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel sind Gäste des Trauergottesdienstes. Die Schuldfrage ist noch immer ohne Antwort.

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Gedenken an die Toten der Loveparade
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Gedenken an die Toten der Loveparade

«Sie sind nicht allein», sagte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft an der Feier zu den Angehörigen der Opfer.

Kraft kämpfte während ihrer Rede mit den Tränen. Die Tragödie mache auch wütend, sagte sie vor der Trauergemeinde. Noch gebe es zu viele Fragen und zu wenige Antworten.

«Wer ist schuld, wer ist verantwortlich?» - diese Fragen müssten aufgeklärt und Antworten gefunden werden. Man sei das den Angehörigen und Toten schuldig. Kraft sagte den betroffenen Angehörigen zudem schnelle und unbürokratische Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen zu. Sie wisse aber, dass das den Schmerz nicht lindern könne.

«Zum Totentanz geworden»

Die Gedenkfeier leiteten der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck. Die Loveparade sei durch das Unglück zu einem «Totentanz» geworden, sagte Schneider in seiner Rede.

Mitten hinein «in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt». Das «Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit und Liebe hat deshalb Risse bekommen».

21 Kerzen

Overbeck verwies darauf, dass trotz des schrecklichen Endes der Loveparade etwas bleibe und weitergehe, was deren Namen zum Ausdruck bringt: die Liebe. Sie verbinde «uns Menschen, miteinander und mit Gott», sagte Schneider.

Im Anschluss an die Predigten entzündeten die Geistlichen gemeinsam mit Rettungskräften, Notfallseelsorgern und anderen Katastrophenhelfern für jede der 21 getöteten Personen eine Kerze. Die Kerzen seien Zeichen der Liebe, in der die Toten lebten, sagte Overbeck.

Duisburgs Oberbürgermeister kam nicht

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der sich gegen massive Schuldvorwürfe wehrt, blieb dem ökumenischen Gottesdienst am Samstag in der Salvatorkirche fern. Auch der Loveoparade-Veranstalter Rainer Schaller kam nicht. Sauerland hatte gesagt, er wolle die Trauernden nicht provozieren.

Familien und Freunde konnten nach dem Gottesdienst - abgeschirmt von der Öffentlichkeit - an der Unglücksstelle um ihre Toten trauern. (SDA/rsn)

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