Bild mit Hans Kaspar im DC WYS vom 12.7.

Hier sorgt die Sonne für Spannung

Hans Kaspar, Teufenthal hab am 8. Juli 2010 auf seinem Eigenheim die erste Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Total 40 Quadratmeter Panels-

Hier sorgt die Sonne für Spannung

Hans Kaspar, Teufenthal hab am 8. Juli 2010 auf seinem Eigenheim die erste Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Total 40 Quadratmeter Panels-

Hans Kaspar ist der Erste, der in Teufenthal Solarstrom ins Netz einspeist. Seine neue Anlage hat er eben fertig in Betrieb genommen. Dank der Schönwetterperiode fährt er jetzt eine reiche Ernte ein.

Peter Siegrist

Die Solartechnik ist Hans Kaspar, 60, dem gelernten Apparatebauer und Elektrotechniker aus Teufenthal, natürlich nicht fremd. Kaspar betreibt nebenberuflich die Einzelfirma Rotronik und beschäftigt sich dabei mit Solar- und Wassertechnik. Er ist in der Beratung und Planung von Solaranlagen und Wasserfiltersystemen tätig.

«Ich will meine Kunden nicht nur mit Plänen und Prospekten beraten, sondern ihnen eine Anlage in Betrieb zeigen können», sagt Kaspar. So gesehen hat er in eine Pilot- oder Vorzeigeanlage investiert. Es gibt heute für die Haustechnik drei verschiedene Varianten für Solaranlagen: die Stromerzeugung mit Photovoltaik, die Warmwasseraufbereitung mit Sonnenkollektoren oder die Kombination beider Systeme. Dabei kommen so genannte Hybridkollektoren zum Einsatz, die das gesamte Spektrum des Sonnenlichts ausschöpfen und gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen.

Hans Kaspar hat in seiner Liegenschaft eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der Grund, weshalb er nicht Hybridkollektoren montierte, ist sein bisheriges Heizsystem. «Wir heizen unser Haus mit Elektrospeicheröfen», sagt Kaspar, «da kann ich mit dem auf dem Dach produzierten Strom etwas kompensieren.» Die Photovoltaikzellen auf seinem Dach liefern zwar in der Sommerhälfte des Jahres (viel Sonne, lange Tage) mehr Strom als im Winterhalbjahr, aber dennoch ist ein indirekter Ausgleich möglich.

Optimale Dachausrichtung

Kaspar hat auf seinem nach Süden gerichteten Hausdach 40 Quadratmeter Solarzellen montiert. Wichtig ist dabei, dass die Dachfläche zwischen 30 und 40 Grad Richtung Süden geneigt und möglichst lang der Sonne ausgesetzt ist. Kaspar hat Glück, sein Haus steht am Hang und keine Bäume von Nachbargärten werfen Schatten auf die Kollektoren.

Ein einzelnes Panel auf dem Dach bringt unter normierten Testbedingungen eine Leistung von 150 Wp (Wattpeak). Kaspar rechnet mit einer mutmasslichen Jahresleistung von 7200 kWh (Kilowattstunden). Zum Vergleich: Mit 1 kWh können in einem Eimer 10,75 Liter Wasser von 20°C auf 100°C erhitzt werden. Für einen Vierpersonenhaushalt mit Elektroboiler berechnet man den Jahresverbrauch auf 7500 kWh.

Der von den Zellen auf dem Dach produzierte Strom (=Gleichstrom) wird über zwei Wechselrichter geführt. Diese Geräte wandeln den Strom in Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt um und speisen ihn ins öffentliche Stromnetz ein. Kaspar ist also nicht Selbstversorger im eigentlichen Sinn. Im Keller hat ihm die Gemeinde einen zweiten Stromzähler montiert. Dieser zählt den Strom, den die Anlage ans Netz abgibt, der erste Zähler nimmt den Verbrauch auf. So kann die Gemeinde genau nach Verbrauch und Einspeisung abrechnen, denn Kaspar empfängt als Mitglied des Vereins Aargauer Naturstrom eine vertraglich festgelegte Entschädigung von 50 Rappen pro Kilowattstunde eingespeiste Energie.

Amortisiert in zwanzig Jahren

Je nach Bauordnung einer Gemeinde können die Sonnenzellen auf dem Dach montiert oder im Dach installiert werden. Teufenthal verlangt die integrierte Montage. Für die gesamte Anlage und die Montage hat Kaspar rund 70000 Franken investiert. Er rechnet damit, die Anlage innert zwanzig Jahren zu amortisieren.

Weil seine Elektrospeicheröfen sehr viel Strom verbrauchen, wird der Hausherr sein Haus auf ein Infrarot-Heizsystem umrüsten. Dabei wird sein Energieverbrauch während der kalten Jahreszeit um rund 40 Prozent sinken. «Das entspricht auch meinem Grundgedanken», sagt Kaspar, «ich wollte etwas ganz Konkretes für die Umwelt realisieren.» In den ersten fünf Betriebstagen hat die Anlage bereits 130 Kilowattstunden Sonnenstrom geliefert.

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