Do-It-Garage

Hier macht man sich die Hände schmutzig

Legen Sie selber Hand an: In der Garage von Patrik Müller wird man selbst zum Handwerker. (Bild: Roman Schenkel)

Müller

Legen Sie selber Hand an: In der Garage von Patrik Müller wird man selbst zum Handwerker. (Bild: Roman Schenkel)

Winterpneus montieren, die Scheibenwischer ersetzen und das Öl wechseln: In der neuen Do-it-Garage in Seon macht dies nicht der Automechaniker, sondern der Kunde selbst.

Roman Schenkel

In der Garage von Patrik Müller muss niemand gleich selber einen neuen Motor einbauen. «Kleinere Reparaturen hingegen kann auch ein Autolaie ausführen. Dazu braucht es nicht viel Ahnung von Autos», sagt Patrik Müller, Inhaber der Do-it-Garage-Seetal. Im Fall der Fälle sei ja auch immer ein Experte vor Ort, den die Kunden um Rat fragen könnten. «Ich helfe bei Reparaturen mit und bringe den Kunden, falls gewünscht, auch etwas bei», sagt Müller. So könnten diese das nächste Mal vielleicht selbst das Rad wechseln und das Öl überprüfen, sagt er.

Bereits seit mehreren Jahren hat Müller an verschiedenen Standorten mit Kollegen eine kleinere Garage geführt. Dort haben sie gemeinsam an Autos herumgetüftelt und gefachsimpelt. «Mit dieser Garage erfülle ich mir nun einen langen Traum», sagt der Automechaniker. Denn auch er schraubt in seiner Freizeit gern an seinen Autos herum. Zusammen mit dem Vater seiner Freundin hat er in Seon eine Gewerbehalle gebaut, in der die Do-it-Garage-Seetal am nächsten Wochenende mit einem Fest eröffnet wird.

Für Liebhaber und Anfänger

«Mein Zielpublikum sind in erster Linie Automechaniker, die auch in ihrer Freizeit noch ein wenig an Autos herumschrauben möchten, oder Autoliebhaber, die ihr Auto mit exklusiven Felgen aufpolieren wollen», erklärt Müller. Doch auch blutige Anfänger, die Lust haben, selber Hand anzulegen, stehen drei vollständig ausgerüstete Arbeitsplätze - inklusive Autolift, Werkzeuge und Ersatzteile - zur Verfügung. «Auf Wunsch bestellen wir zudem Zubehör jeder Art», bemerkt Müller.

Pro Arbeitsstunde bezahlen die Kunden 28 Franken für einen Arbeitsplatz. Die Hilfe von Automechaniker Müller kostet 1 Franken pro Minute. «Das ist viel günstiger, als wenn man die Arbeit in einer Garage ausführen lässt», sagt Müller. Wer selber Hand anlegt, kann also Geld sparen. Er hofft, dass gerade in der Wirtschaftskrise die Do-it-Garage gefragt sein werde.

«Wir haben zwei Tage unter der Woche am Abend und am Samstagvormittag unsere Türen geöffnet», sagt Müller. Er könne sich aber vorstellen, den Betrieb bei grosser Nachfrage auszuweiten. «In der Schweiz gibt es noch zwei ähnliche Garagen, die laufen sehr gut.» Er betont aber, dass er nicht beabsichtige, seine bisherige Anstellung als Automechaniker in einer Garage aufzugeben. Die Do-it-Garage blei-be ein Mittelding zwischen Geschäft und Hobby.

Was bei einem Unfall?

Was geschieht, wenn ein Kunde einen Unfall hat, da er beim Reparieren einen Fehler gemacht hat? «Ich kläre zurzeit ab, wie die rechtliche Situation aussieht», sagt Müller. Es liege aber auf der Hand, dass jemand, der keine Ahnung von Autos habe, nicht gleich die Bremsscheiben ersetzen sollte.

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