Hier ist der Arzt ein «Flachmann»

Arztbehandlungen über Video am Bildschirm: Das Institut für Arbeitsmedizin (ifa) in Baden bietet neu diese Dienstleistung an, die in der Schweiz künftig Schule machen soll. Das leistet damit Pionierarbeit für Telemedizin.

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Der Arzt als «Flachmann»

Der Arzt als «Flachmann»

Andreas Tschopp

«Ich schaue gerne voraus», sagt Dieter Kissling, Leiter des Instituts für Arbeitsmedizin (ifa), das am Kreuzweg auf dem ABB-Areal in Baden beheimatet ist. Dort belegt das Institut fünf Stockwerke. Im 1. Stock ist das Gesundheitszentrum untergebracht, wo ausgebildete Pflegefachleute die Patienten betreuen. Im 4. Stock befinden sich die Praxen der insgesamt 21 am ifa tätigen Ärzte. Zur Konsultation im Bedarfsfall mussten sie oder die Patienten bislang drei Stockwerke überwinden.

Vorerst inhouse im Einsatz

Was ist das ifa?

Das ifa Institut für Arbeitsmedizin mit Sitz in Baden und Zweigstellen in Turgi, Birr, Oerlikon und der Westschweiz entstand 1995 aus dem Outsourcing des betriebsärztlichen Dienstes der ABBz. Geleitet wird es von Dieter Kissling.
Er war zuvor bei Roche tätig und startete mit zwei Angestellten. Heute sind es 95 Beschäftigte. (atp)

Der Arzt und ifa-Leiter denkt primär daran, dass auf diese Art Mitarbeiter der international tätigen Firmen ABB und Alstom überall auf der Welt von Schweizer Vertrauensärzten behandelt werden können und in China nicht einen Psychiater aufsuchen müssen, der sie nicht richtig versteht. Dagegen sei ein als «Flachmann» am Bildschirm zugeschalteter Arzt doch weitaus idealer, meint Kissling.

Abhilfe gegen Ärztemangel

Der ifa-Leiter sieht aber auch in der Schweiz Einsatzmöglichkeiten für die Telemedizin. So könne diese mithelfen, die medizinische Grundversorgung in Randregionen sicherzustellen, meint Kissling, der sich seine Innovation 170000 Franken kosten liess.

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