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Hier feiert ein 89jähriger sein Überleben des Holocaust

Hier feiert ein 89jähriger sein Überleben des Holocausts

Hier feiert ein 89jähriger sein Überleben des Holocausts

Adam Kohn aus Australien hat Auschwitz überlebt. Er feiert das jetzt mit einem Video: Zum «I will survive» tanzt er zusammen mit seinen Enkeln auf dem ehemaligen KZ-Gelände.

«Dancing Auschwitz» heisst der Film, den John Korman, Adam Kohns Tochter und Künstlerin, für eine Australische Galerie produziert hat. Er wäre längst in Vergessenheit geraten, wenn Jane Korman ihn nicht auf Youtube gestellt hätte. Dort verhalf er dem 89jährigen zur Berühmtheit, innert weniger Tage wurde das dreiteilige Video Millionen Mal angeklickt.

Das KZ überlebt

Adam, genannt Adolek, tanzt dort, vor dem tor zum Schrecken, mit seinen Enkelkindern. Ausgerechnet zu Gloria Gaynors Disco-Sause «I will survive», einem musikalischen Manifest der hedonistischen Unbeschwertheit, Klassiker der schwulen Subkultur. In einer Szene ist er zu sehen, in einem weissen T-Shirt mit dem Ausdruck «Survivor» - Überlebender. In einer anderen macht er das Victory-Zeichen - vor einem der Verbrennungsöfen.

Darf man das, so unbeschwert tanzen, das eigene Überleben feiern, vor dem Fliessband des Todes? Man darf, sagt die Tochter. «Ich wollte gegen das Vergessen appellieren», erklärt sie. «Die Menschen müssen wieder für den Holocaust sensibilisiert werden.»

Familienausflug in die Todeszone

Die Hauptperson, der greise Adam, zögerte zuerst, mitzumachen. Seine Tochter überredete ihn, mit ihr und seinen Enkeln nach Auschwitz zu fahren. Ein Familienausflug in die Todeszone? Hunderttausende gehen dorthin, Aber keiner, um zu tanzen. denn Auschwitz ist ein Friedhof, Tanzen gehört sich nicht. Und doch tut er es. Er schlägt dem Tod nach dessen Hölle direkt in die Fresse.

Heute, so sagt Kohn im Video, ist er froh dorthin gefahren zu ein, wo seine Mutter gestorben ist. «Seitdem bin ich kein Opfer mehr. ich habe überlebt. Ich habe gewonnen.» Und, er habe sich überlegt: «Wer fährt schon dorthin? Wer kann noch dorthin fahren, zusammen mit seinen Enkeln? Wer hat noch Enkel? Weniger als ein Prozent,» sagt er. Das Video sei eine Liebeserklärung an das Leben nach einem Tode. (cls)

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