«Und welche Klischees kennst du?» fragt McDonald's die User auf Facebook. Passend dazu erscheinen in der personalisierten Werbung Vorurteile zum jeweiligen Wohnkanton. So wollte der Fastfood-Riese von unserer Redaktorin Maria Brehmer wissen: «Sind Solothurner, die noch nie in Olten umgestiegen sind, immer noch Solothurner?» Und: «Sind Solothurner, die noch nie auf dem Weissenstein waren, immer noch Solothurner?»

Mit den Werbesprüchen soll für den neuen Big Mac mit Bacon geworben werden – frei nach dem Motto: Ist ein Big Mac mit Bacon immer noch ein Big Mac?

Die philosophischen Fragen wollen irgendwie aber nicht so recht zum Fastfood passen. Auch die Aargau-Klischees sind plump wie ein matschiges Hamburger-Brötli – obwohl weder weisse Socken noch Rüeblitorten Erwähnung in den Werbe-Fragen finden. Die erste lautet: «Sind Aargauer, die 'nöd' sagen, immer noch Aargauer?»

«Nei, sinds neeed», findet einer unserer Redaktoren aus Aarau, aber das ist natürlich Blödsinn. Weil der Aargau ein buntes Gemisch an Dialekten ist. Und solange man den Aargauern ausserhalb des Freiamts noch beibringen muss, dass sich «Sins» nicht «Sins» sondern «Seis» spricht und «Buttwil» und «Bettwil» richtig ausgesprochen «Buttu» und «Bettmu» heissen, gibt es wichtigere Fragen als die nach dem «nöd» und «ned».

Und weil McDonald's jeden Kanton mit zwei Klischees bedient, hier die zweite Frage: «Sind Aargauer, der nicht im Aargau arbeiten, immer noch Aargauer?»

Ja, genau so wird die Frage gestellt. Da hätte ich eine Gegenfrage: Ist Werbung, die kein Deutsch kann, immer noch Werbung?