Casino Baden

Herzbuben und Pokerlesben

Strippende Männer für Frauen und eine Homo-Party zum Tanzen und Zocken: Das Grand Casino Baden umwirbt eine neue, offensichtlich lukrative Kundschaft.

Corinne Rufli

Es scheint sich zu lohnen, Schwule und Lesben zu hofieren. Wie in der Gratiszeitschrift «20 Minuten» berichtet wurde, will das Grand Casino Baden mit einem attraktiven Angebot neue Kundschaft zu sich locken. Die AZ wollte es genauer wissen.

Es werden keine Mühen gescheut: Die erste Homo-Party im Casino, «Gay Royal - The Straight Gay Flush!», organisiert das Grand Casino zusammen mit dem versierten Partyorganisator und Szenekenner Piero Vecchioli. Dieser ist vielen Schwulen und Lesben als Purplemoon-Party-Organisator bekannt. Doch nur auf das Aargauer Klientel will man sich nicht verlassen. Um den Partyraum und die Spielsäle des Badener Casinos zu füllen, bietet das Casino kostenlose Shuttle-Busse von Zürich und Basel an. Nicht, dass es im Aargau zu wenig Homosexuelle hätte, aber diese sind es nicht gewohnt, hier in den Ausgang zu gehen. Denn das homospezifische Ausgangsangebot ist sehr dürftig im Argovia-Land.

Mut für Homo-Party im Rüebliland

Man muss ganz schön mutig sein, um im Rüebliland eine Party für Gays zu organisieren. Dem widerspricht der Basler Vecchioli: «Der Aargau hat Potenzial. Es gibt hier viele Lesben und Schwule.» Auch Carsten Grabner, Bereichsleiter Events des Grand Casino Baden, hat keine Befürchtungen: «Die Gay-Szene ist etabliert, es handelt sich um ein ausgehfreudiges Klientel.» Man müsse frech und mutig sein, sagt Grabner. Die Besucherzahlen hätten sich aufgrund von Zusatzangeboten vergrössert. «Dieser Event ist ein Farbtupfer im Entertainmentangebot des Casinos», ergänzt er. Es gehe auch nicht um die Umsätze dieses Abends, sondern darum, dass auch Gäste ins Casino kommen, die nicht primär wegen des Spielens hier sind», erklärt Grabner die Idee, die dahintersteckt.

In Schwulenmagazinen und auf Websites werden Inserate geschaltet. Es sollen auch Lesben beworben werden, auch wenn man sie - im Gegensatz zu den Schwulen - (noch) nicht als lukratives Kundensegment entdeckt hat. Vecchioli setzt auf ein gemischtes Partyvolk: «Die Partys mit etwa gleich vielen Männern wie Frauen, sind immer die tollsten», sagt der motivierte 31-Jährige.

Ein Strip für die Damen

Das Grand Casino Baden setzt neben Schwulen und Lesben auch auf Frauen, die gerne Männern beim Strippen zuschauen: «Ladies-Poker & Men-Strip-Show» heisst der Abend nur für Frauen. Vor dem Pokerturnier können sich Anfängerinnen von Croupiers instruieren lassen. Showblocks der muskelbepackten TopGuns verhelfen vielleicht der einen oder andern Frau zu einer glücklichen Hand beim Spiel - oder bringen sie vollends aus der Konzentration. Dass das Interesse am Event gross ist, weiss Carsten Grabner: «Der Abend für die Ladys ist ausverkauft.» Dann kann man also bei der Homo-Party nur noch auf ein Full House hoffen.

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