City-Märt

Herumlungern im City-Märt

City-Märt Aarau: Typische Szene über Mittag in der Mall. (Peter Siegrist)

City-Märt Aarau

City-Märt Aarau: Typische Szene über Mittag in der Mall. (Peter Siegrist)

Sie lungern gern über Mittag im City-Märt rum. Sie langweilen sich, einige werden frech und beginnen zu randalieren. Jetzt haben die Eigentümer der Mall genug. Und wollen mit Videokameras das Unwesen stoppen.

Manuela Schaer

Der Aarauer City-Märt sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Die Liegenschaftseigentümer wollen nun kompromisslos gegen Randalierer vorgehen. Deshalb ziehen sie eine Video-Überwachung in Betracht: «Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Passanten im City-Märt aufrechterhalten», sagt Rudolf Zinniker, Stadtrat und Interessenvertreter der City-Markt AG am Mittwoch- abend an einem Podiumsgespräch über den öffentlichen Raum im City-Märt. «Es geht uns vor allem darum, Randalierer zu überführen.» Dafür sei die Video-Überwachung eine bewährte Methode. Die Mall wird einerseits als Durchgangsort und andererseits - vor allem von Jugendlichen - zum Verweilen genutzt. Zinniker ergänzt: «Wir kommen den Jugendlichen weit entgegen, aber irgendwo ist Schluss.»

«Eine Video-Überwachung wäre eine schlechte Entwicklung und zudem keine nachhaltige Lösung», kontert der Jugendkoordinator der Stadt Aarau, Daniele de Min. Dadurch würden sich die Probleme nur örtlich in der Stadt verlagern. Viel nützlicher sei eine Zusammenarbeit mit den Jugendlichen, um Sachbeschädigungen zu verhindern.

Mall nach Ladenschluss sperren?

Das Projekt «Mittagstisch» zeigt, dass die Jungen im City-Märt grundsätzlich willkommen sind. Zinniker sagt: «Die Benutzer sollen aber den Aufwand schätzen.» Sachbeschädigungen würden keinesfalls toleriert. «Wir greifen durch, und zwar kompromisslos, wenn sich Einzelne nicht an die einfachsten Regeln halten.»

Stadtbaumeister Felix Fuchs sieht das etwas anders: «Weil sich die Jungen den Platz aneignen, meiden andere Nutzer den Ort. Sie fühlen sich dort unwohl.» Der City- Märt müsse seiner Meinung nach nicht zwingend als öffentlicher Raum genutzt werden. Man habe zahlreiche andere Wege - wenn auch längere -, die zu den gleichen Läden führen. Die Konsequenz daraus wäre, dass die Mall nach Ladenschluss gesperrt würde.

Beschränkt öffentlicher Raum

Die Diskussion zeigt, dass nicht klar ist, ob es sich beim City-Märt überhaupt um einen öffentlichen Raum handelt. Fuchs präzisiert: «Der City-Märt ist eine Mall und kein öffentlicher Platz!» Bestenfalls sei es ein halböffentlicher Raum. Es bestehe nur ein öffentliches Durchgangsrecht, und das auch nur beschränkt für Fussgänger.

Dem stimmt Zinniker als Vertreter der Eigentümer grundsätzlich zu, ergänzt aber, dass dieser Raum nicht nur für Passanten sei, die in der Mall einkaufen. «Die Leute sollen hier miteinander und nebeneinander verweilen können.» Ein belebter City-Märt ist auch als Verkaufsstandort attraktiver.

De Min gibt zu verstehen, dass den Jugendlichen die Eigentumsverhältnisse des City-Märts egal sind, für sie ist es ein öffentlicher Raum, der zum Verweilen einlädt. Die Mall ist bei den jungen Leuten auch nach Ladenschluss beliebt. «Vor allem jetzt, wo es wieder nass und kalt wird, kommen sie her, um sich zu inszenieren.» Filmt bald immer eine Kamera mit?

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