HERR P. WOHNT im Aargau, ist Vater von drei Kindern und zuverlässiger Zeitungsleser. Rechnen kann er übrigens auch nicht schlecht. Das bekommen seine Kinder immer wieder zu spüren, wenn er sie zum Duell im Kopfrechnen fordert. Das mögen sie nicht besonders.

HEUTE MORGEN also sah man, wie Herr P. im Büro mitten in der Zeitungslektüre (ja, er liest jeden Morgen im Büro zuerst die Zeitung, macht dafür aber nur kurz Mittag) plötzlich innehielt und sich in rascher Folge Zahlen notierte, addierte und multiplizierte. Die Ergebnisse schienen ihm zu gefallen. Am Schluss schrieb er die Zahl 500 000; er unterstrich dieses Ergebnis aber nicht doppelt, wie man vielleicht hätte meinen können, vielmehr kreiste er die Zahl mindestens 20-mal ein und sagte dann mehr zu sich selber. «Das habe ich ja gar nicht gewusst.»

ER GRIFF zum Hörer und rief seine Frau an. «Hallo Schatz», sagte er, dann lange nichts mehr. Als er wieder zu Wort kam, erklärte er, es sei eigentlich nichts Wichtiges. Er habe nur in der Zeitung gelesen, wie viel sich der Aargau jedes Jahr die Bildung kosten lasse. Ein Kindergartenkind etwa kostet den Kanton pro Jahr 7700 Franken, ein Primarschüler 12500 Franken, ein Mittelschüler schon 22700 Franken und ein Student 17600 Franken. Wenn er das alles auf ihre drei Kinder hochrechne und davon ausgehe, dass Julia studieren werde, dann sei das alles in allem eine runde halbe Million Franken, die der Kanton in die Bildung ihrer Kinder investiere.

«GOPFERTECKEL», sagte er dann, «eine halbe Million nur für unsere drei Kinder. Geschenkt vom Staat.» Herr P. war ziemlich beeindruckt.

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