Lilly-Anne Brugger

Ende 2009 waren sie plötzlich da: Die beiden rund 15 Meter tiefen Löcher auf dem Feld oberhalb von Hellikon. Keiner wusste, weshalb sie entstanden sind - und ob plötzlich noch weitere Löcher entstehen werden. Nun ist klar: Die Löcher sind die Folgen eines Erdrutsches. Vermutlich war der Hang schon seit längerer Zeit in Bewegung. Davon zeugen jedenfalls Bäume, die im Laufe der Jahre wegen der ständigen Bewegung des Untergrundes krumm gewachsen sind.

Nach eingehender Untersuchung hat der Geologe letzte Woche der Gemeinde empfohlen, die Löcher aufzuschütten. Dafür könne aber nicht irgendwelches Material verwendet werden, sagt Gemeindeammann Kathrin Hasler. Steine und Kies sind das Material der Wahl.

Allerdings ist damit nicht sicher, dass keine neuen Löcher mehr entstehen. Deshalb werde der Gemeinderat auch weiterhin die Umgebung beobachten und Veränderungen protokollieren, sagt Hasler.
Karl Schlienger, der Bauer auf dessen Pachtland die beiden Löcher entstanden sind, ist froh, dass es nun endlich vorwärts geht. Momentan muss er aber noch mit den beiden Löchern leben, denn die Sanierung kann frühestens nächstes Jahr losgehen.

Die Gemeindeversammlung muss erst noch den Kredit bewilligen. So bleibt auf Schliengers Land ein Stück von 20 mal 30 Meter rund um die beiden Löcher auch weiterhin abgesperrt. Den Rest des Feldes bewirtschaftet er wie bisher mit den Maschinen. «Dabei habe ich schon ein bisschen Respekt», meint er. Man wisse ja nie, ob nicht doch noch neue Löcher entstehen. Auch die Ernte im abgesperrten Gebiet wird Schlienger vermutlich einfahren - in Handarbeit. Einzig die Kirschen am Baum direkt neben den Löchern wird er den Vögeln überlassen. «Diese Kirschen zu ernten, ist mir doch zu gefährlich.»

Für die Sanierung der Löcher rechnet Hasler mit Kosten in der Höhe von 30 000 bis 35 000 Franken - sofern die Arbeiten von Gemeindearbeitern durchgeführt werden können. Für die Untersuchung der beiden Löcher hat die Gemeinde bereits 40 000 Franken investiert. So wird die Sanierung der Löcher mindestens 75 000 Franken kosten. Das ist viel Geld - vor allem für eine kleine Gemeinde wie Hellikon.

Deshalb hat man nach Möglichkeiten gesucht, wie der Kanton an den Kosten beteiligt werden kann. Laut Hasler wurde diese Möglichkeit nun gefunden: Die Sanierung der Löcher soll im Rahmen der Periodischen Wiederinstandstellung von landwirtschaftlicher Infrastruktur (PWI) geschehen. Nun wird ein entsprechendes Projekt ausgearbeitet, damit die Gemeindeversammlung im Herbst darüber abstimmen kann.