Messen
Helden vor der Haustüre

An der stimmungsvollen Feier in Messen befragte Gemeindepräsidentin Marianne Meister die Unihockey-Nationalspieler Matthias und Christoph Hofbauer als Jugendvorbilder zu Erfahrungen in Schweden und der Heimat.

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Marianne Meister

Marianne Meister

Solothurner Zeitung

Anne-Regula Keller

Grüppchenweise spazieren Familien den Ausserfeldweg westlich von Messen hoch. Zwei kleine Mädchen lassen kleine Knallteufelchen auf dem Asphalt platzen. Ihre blonden Zöpfe leuchten in der Abendsonne wie dahinter die Stoppelfelder. Oben auf dem Plateau stehen wie gewohnt am 1. August Tische und Bänke für die Bevölkerung und die Gäste der Bundesfeier bereit. Nun läuten die Kirchenglocken; die Regionalfeuerwehr Limpachtal fährt mit dem Nötigsten gegen ungewolltes Feuer hinten aufs Feld.

Kulturkommissionspräsident Heinz Iseli prüft die Lautsprecheranlage. «Wir übergeben unseren 18-Jährigen den Bürgerbrief bewusst am 1. August», erklärt er den grossen Anteil Junger auf dem Platz. «So bringen sie ihre Freunde und Familien mit.» Die eigentliche Jungbürgerfeier aller Limpachtaler Gemeinden mit Gemeinderäten und -schreibern finde dann später im Turnus in einer der Gemeinden statt.

Heutige Helden und Vorbilder

Die Musikgesellschaft spielt auf und feierlich lassen sieben Fähnriche ihre Vereinsfahnen hin- und herflattern. «Ich habe die heutige Feier unter das Thema Helden und Vorbilder gestellt», erklärt Gemeindepräsidentin Marianne Meister. Sie hatte im Mai zwei Messner - ihren Sohn Lukas und Michael Garnier - an die Unihockey-WM in Finnland begleitet und den erfolgreichen Kampf um Bronze für unser Land miterlebt. Solche Sportler, aber auch viele andere Engagierte in diversen Vereinen seien echte Vorbilder für eine oft desorientierte Jugend. «Bewusst habe ich darum als Redner keinen von seinem Heldentum schwärmenden Politiker eingeladen, sondern die Brüder Christoph und Matthias Hofbauer aus Bätterkinden.» Beide Unihockey-Nationalspieler sind nach längerer Zeit in Schweden zum Spitzenklub Wiler-Ersigen zurückgekehrt.

Heimatwerte in Fremde erkannt

Keine Rede folgt, sondern ein lockeres Doppelinterview. So fragt Meister die beiden, wie sie sich als Ausländer gefühlt und was sie vermisst hatten. Christoph Hofbauer nennt die Sprache als Schlüssel; sie hätten darum eifrig Schwedisch gelernt. «Ich habe aber bei Heimatbesuchen gemerkt, wie wichtig mir unsere Berge sind.» Bruder Matthias vermisste das Schweizer Brot. Befremdet habe ihn das Fehlen der in der Schweiz üblichen herzlichen Begrüssungskultur. Von dieser lernen könnten die Gastgeber auch Ordnung und Sauberkeit. Beide Spitzensportler ermuntern Eltern, ihre Kinder auf Vereinsangebote aufmerksam zu machen und sie in ihren Zielen auch zu unterstützen, wenn diese Krisen oder neue Interessen haben. Sie selbst wollen noch weiter an die Weltspitze vorstossen.

Die Feuer der Nachbarn grüssen

Bei der Aufnahme der Jungbürger geloben diese, sich zum Wohle der Schweiz zu verhalten. Nach zwei Strophen der Landeshymne ist es fast dunkel. Das 1.-August-Feuer wird angezündet - fast zeitgleich mit jenen von Ruppoldsried, Balm und anderen Gemeinden im Tal.