Heisse Kurven: Der neue Pirelli-Kalender ist da

Seit nunmehr 45 Jahren ist «The Cal» das Mass aller Dinge, zumindest was Erotik-Kalender angeht: Der Pirelli-Kalender, das Kultobjekt jeder Männerfantasie. Zarte Haut statt Gummis - das Motto des berühmtesten Kalenders der Welt ist auch dieses Jahr Pflicht.

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Pirelli-Kalender
5 Bilder
July-Girl Marloes Horst
August-Girl Miranda Kerr
September-Girls Daisy und Catherine
Oktober-Girl Georgina Stojiljkovic

Pirelli-Kalender

Claudia Landolt

Es gibt Menschen, die sich dafür interessieren, auf welchen Wochentag im nächsten Jahr der Gründonnerstag oder der erste Mai fällt. Das sind die Menschen, die sich einen Kalender an die Wand hängen und die Tage zwischen Feiertagen mit einer roten Linie markieren und «ahh, Brücke» sagen.

Es gibt aber auch Menschen, die lassen drei Monate den Februar hängen. Oder nur zwei Wochen den Juni, weil sie den Juli nicht erwarten können. Solche Menschen haben einen Pirelli-Kalender, und wenn man sie fragen würde, welcher Monat ist, würden sie vielleicht sagen: «Lily Cole». Von diesen Menschen gibt im nächsten Jahr genau 30 000 auf der ganzen Welt geben, weil die italienische Reifenfabrik Pirelli ihr Kunstwerk wie jedes Jahr nur einer begrenzten Gemeinde gönnt. Um es gleich zu sagen: Den neuen Kalender kaufen, bestellen, bei Ricardo oder Ebay jagen geht gar nicht. Und fragt man bei Pirelli nach der Versandliste, sagen sie lächelnd: «Kunden und Freunde». Am Donnerstagabend wurde der Kult-Kalender in London mit entsprechenden Festivitätten vorgestellt.

Auch die Frauen zum Abreissen waren da. Lily Cole, das rothaarige britische Topmodel mit literarischen Ambitionen, die beiden rassigen Brasilianerinnen Gracie Carvalho and Ana Beatriz Barros, und die zarte Rosie Huntington-Whiteley. Allesamt wurden sie fotografiert von Terry Richardson, ein US-Fotograf, nachhaltig bekannt für keine zarten Bilder. Eher ein Mann fürs, sagen wir, Unpoetische. Beispiel gefällig? Ein Mädchen verspeist genüsslichst eine Banane, und eine zweite räkelt sich im schlammigen Flussbett.

Damit wird er vielleicht dem ursprünglichen Sinn des Kalenders gerecht. Keineswegs für ästhetisch überhohte Ansprüche gedacht, sollte Pirelli 1964 den trüben Alltag der Mechaniker in den Autowerkstätten aufhellen. Doch weil er mittlerweile in den Chefetagen angekommen ist, musste sich die Erotik verfeinern. In vergangenen Jahren gabes da die eine oder andere künstlerische Entgleisung. In Erinnerung geblieben ist etwa die Ausgabe von 2007, der subtile Schwarz-Weiss-Fotos zeigte, auf welchen Frauen wie Penelope Cruz oder Sofia Loren einfach in ein Bett gelegt wurden. Allerdigns so einnehmend inszeniert, dass jeder andere Nackedei-Kalender sich wie «Waldimpressionen» 2007 aussieht. Und doch: Kein Männer-Männer-Kalender.

2010 ist definitiv kein Susi-Teil. Das Thema: Die griechische Mythologie, umgesetzt in Brasilien. Keine verklemmte Erotik, sondern Frau reitet auf Stier, Mädchen bespritzt sich mit Milch, archaische Landschaft, zarte Schönheiten.

Waldkalender kaufen andere.

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