Michael Hunziker

Der Jahresauftakt der FDP Bezirk Zurzach bestand gestern Sonntag – traditionsgemäss – aus einem sportlichen Teil mit einem Sternmarsch durch die prächtige Winterlandschaft auf den Achenberg, aus einem gesellschaftlichen Teil mit einem währschaften Brunch sowie aus einem politischen Teil.

Das Auto bleibt vorne

Mit Peter G. Schütz, Leiter Abteilung Verkehr im Departement Bau, Verkehr und Umwelt, konnte ein kompetenter Referent begrüsst werden. Schütz machte in seinen Ausführungen auf die «gewaltige» Verkehrsentwicklung aufmerksam. Diese Entwicklung, so die Prognose, werde weitergehen. Der gesamte Personenverkehr werde zunehmen. Das Auto bleibe vorne, der öffentliche Verkehr werde Terrain gutmachen.

Der öffentliche Verkehr und der Individualverkehr sollen gemeinsam und gleichwertig entwickelt werden, nannte Schütz einen der Grundsätze des Kantons. Weil die steigende Verkehrsdichte regulierende Massnahmen erfordere, werde ein Verkehrsmanagement erarbeitet.

Neues Rollmaterial im Einsatz

Der Referent ging auf den öffentlichen Verkehr im unteren Aaretal ein und stellte mit einem Blick in die Bahn-Vergangenheit fest, dass über die Jahre viel passiert sei und verschiedene Konzepte umgesetzt worden seien: Elektrifizierung Koblenz– Waldshut, neue Haltestellen, Einführung 30-Minuten-Takt. Anders gesagt: «Der öffentliche Verkehr wurde nicht vernachlässigt», fasste Schütz zusammen.

Mittelfristig seien zusätzliche Züge im 15-Minuten-Takt vorgesehen, langfristig stehe ein durchgehender 15-Minuten-Takt Waldshut–Koblenz–Baden zur Debatte. Schütz erwähnte die geplanten Bahnhofausbauten in Döttingen, Koblenz und Bad Zurzach sowie das neue Rollmaterial, das ab Dezember 2011 im unteren Aaretal zum Einsatz kommen soll.

Eine deutliche Verbesserung

Unter dem Titel «Anbindung Strassennetz» wies der Referent auf den Bau der Autobahn 98 auf deutscher Seite hin. «Auf diesen Anschluss werden wir lange warten müssen», meinte er. Es gelte, wie am Grenzübergang Kob-
lenz–Waldshut/Tiengen, nicht einfach abzuwarten, sondern nach Lösungen zu suchen. Am Grenzübergang würden der Ausbau des Knotens auf deutscher Seite sowie die neue Verkehrsführung auf Schweizer Seite
eine «deutliche» Verbesserung bringen, so Schütz. Die Realisierung könnte ab Frühling 2012 erfolgen.

Länger dauern wird es bis zum Bau einer Ostumfahrung Bad Zurzach. Diese ist im Richtplan als Zwischenergebnis festgesetzt. Die beiden Varianten – offene Linienführung sowie teilweise Linienführung im Tunnel – würden einander gegenübergestellt, führte Schütz aus. Ziel sei die Festsetzung mit der Gesamtrevision des Richtplans.

«Wohin geht die Mobilitätsreise?», fragte Schütz zum Schluss seines Referates. Er zeigte sich überzeugt: «Wir müssen zu einem Systemwechsel kommen.» Schütz sprach von einem Schritt in Richtung Verursacherprinzip, denn eine gesunde Finanzierung sei die Voraussetzung für die Entwicklung des Verkehrssystems. «Die vorhandenen Finanzmittel reichen nicht aus, um nötige Projekte zu finanzieren.»

Gerade diese Aussage führte zu einer angeregten Diskussion unter den Anwesenden des Achenbergtreffens. Bemerkt wurde, dass das Zurzibiet vom Kanton stiefmütterlich behandelt werde. Es war bereits Nachmittag, als Huldrych Egli, Präsident der FDP Bezirk Zurzach, zum gesellschaftlichen Teil überleiten konnte.