Gartenbeiz Schifflände

Heimat der Schiffers- und Fischersleute

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Die Stillemer verdienten sich früher den Lebensunterhalt als Schiffer, Fährleute und Fischer. Die «Schifflände» gründet auf diesen Traditionen.

Roman Huber

Sie kommen heutzutage kaum mehr zu Wasser und legen bei der «Schifflände» an; dies obschon an der Flussmauer eine Treppe hinunterführt. Das Restaurant, dessen Gartenwirtschaft sich direkt an der Aare befindet und dessen Säli sogar über den Fluss hinausragt, ist vielmehr gemütlicher Treff für Stammgäste und für Leute, die aus der Gegend stammen, oder solche, die um diesen idyllischen Platz wissen. An schönen Sonntagen lässt sich dennoch etwas Flussbetrieb beobachten. Ab und zu treibt es einen Wanderer per Zufall zur Gastwirtschaft. Oder er hat diesen Ort von der gegenüberliegenden Flussseite entdeckt und dann via Stillemerbrücke hierher gefunden.

Geschichtsträchtiger Ort

Die Stillemer waren in der Vergangenheit was Fährbetrieb, Schifferei und Fischerei angeht ein bekanntes und einflussreiches Völklein. Weil sich hier Aare, Limmat und Reuss aufs Mal überqueren liessen, war dieser Flussbereich, wo die Aare etwas «stilli» geworden ist, erste Wahl für einen Fährbetrieb. Die ersten Überquerungen erfolgten von der Burg Freudenau aus, wo einstmals eine Brücke gestanden haben soll. Der spätere Fährbetrieb erfolgte dann unmittelbar beim Standort des Restaurants Schifflände. Dieses wurde von Samuel Müller im Jahr 1875 eröffnet.

Seit 1912 ist aber der Name Finsterwald fest mit der «Schifflände» verbunden, Urgrossvater des heutigen Wirten Robert Finsterwald. Über 30 Jahre lange wirteten dessen Eltern. Mutter Ruth packt heute noch im Service mit an. Aus gesundheitlichen Gründen dürfte für die Traditionsbeiz in absehbarer Zeit eine Veränderung angesagt sein.

Selbst Geschichte machte den Magen hungrig. Wer die Speisekarte offen hat, findet, was er erwartet oder zumindest vermutet hat: Natürlich gibts hier Fisch. Der Gast hat die Wahl zwischen Forelle, Egli oder Wels, gebacken oder «à la meunière», mit Kartoffeln oder in den Fitnessteller integriert. Zum Trinken dazu gehört sich hier allein aus Ehrfurcht der Flösserwein, ein RyslingXSylvaner aus dem Hottwiler Rebberg, oder ein Roter aus dem andern Gemeindegebiet, aus Villigen.

Die Portionen sind reichlich. Wer sich nicht für einen Fisch entscheiden will, findet zweifellos etwas Währschaftes aus der gutbürgerlichen Küche für den kleinen oder grossen Hunger; warum nicht Mal Kutteln! Der Glaceliebhaber wird es kaum verkneifen können, aus der attraktiven Coupekarte etwas Kaltsüsses zum Schlemmen zu bestellen.

Des Abends liegt das gegenüberliegende Ufer noch in der Sonne, während in der Gartenwirtschaft der «Schifflände» bereits ein angenehmes Lüftchen weht. Etwas Kühlung gibt es zudem von der untenliegenden Aare. Dort springt ab und zu ein Fisch kurz aus dem Wasser. Doch bevor der Blick Geräusch nachzugehen vermag, ist der Betreffende - womöglich Angesichts von Fischmesser und Gabel - schon wieder eingetaucht und verschwunden.

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