Fussballplatz
Hausen hat das Fussballplatzprojekt definitiv beerdigt

Als einzige der vier involvierten Gemeinden hat Hausen das umstrittene Fussballplatzprojekt mit 771 zu 613 Stimmen abgelehnt. Die Zukunft des Fussballstandorts Oberamt ist gefährdet.

Drucken
Fussballplatz Hausen

Fussballplatz Hausen

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Corina Venzin und Martin Platter

Zahlreiche Mitglieder und Sympathisanten des Fussballclub Hausen warteten am Sonntag um 13 Uhr auf dem Sportplatz im Jonentäli mit Spannung auf das Abstimmungsresultat. Nach dem negativen Beschluss an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung Ende März hatte sich der Souverän an der Urne nochmals zum 2,65-Millionen-Franken-Kredit für den Landkauf und den Bau der Fussballanlage Oberamt äussern können.

Bereits im Vorfeld hatte das Projekt heftige Diskussionen und emotionale Leserbriefschlachten ausgelöst. Der Vorstand des FC machte sich wohl Gedanken, sollte es bei einem Nein bleiben. Als Hochbauvorstand Hans Binzegger und Finanzvorstand Thomas Jucker die klare Ablehnung tatsächlich verkündeten, war die Enttäuschung gross. Die Menschenmenge wirkte plötzlich wie eine verirrte Trauergemeinde vom benachbarten Friedhof: gesenkte Köpfe, enttäuschte Mienen und Kopfschütteln prägten die Szene.

Wie nach einem Schlusspfiff

Armin Vollenweider, als Leiter der FC-Sportplatzkommission zusammen mit Gemeinderat Hans Binzegger seit Beginn vor bald sechs Jahren für das Projekt tätig, betonte abermals, dass Alternativen sorgfältig geprüft und rechtliche Abklärungen auch kantonsweit getroffen worden seien.

Das Stimmvolk wurde informiert. Dennoch hat das Gros negativ entschieden. Vollenweider versuchte den Entscheid sportlich zu nehmen: «Es ist wie nach dem Schlusspfiff eines Fussball-Matches. Wenn das Resultat feststeht, sollte man es akzeptieren, auch wenn die Enttäuschung tief sitzt.» Vielleicht sei zu wenig klar vermittelt worden, dass auch die Schule und andere Vereine von der Fussballanlage Oberamt profitiert hätten. Die Suche nach den Fehlern verbessere die Situation allerdings nicht.

Kein Platz auf der Warteliste

Michel Wagner kam es seltsam vor, sich Präsident des FC Hausen zu nennen. Im Clubnamen ausgerechnet die Gemeinde zu haben, die als einzige der vier Oberämtler Kommunen das Projekt so klar verworfen hat. «Der FC hätte die Fussballanlage Oberamt nötig gehabt», sagt Wagner. Die umliegenden Clubs hätten bereits angekündigt, dass ihre Wartelisten für die Kinder aus dem eigenen Einzugsgebiet so lang seien, dass sie die «Oberämtler» nicht aufnehmen können.

Neue Perspektiven finden

Sowohl der Vorstand des FC Hausen wie der Gemeinderat werden nun eine Standortbestimmung vornehmen. Eine Neuauflage des Projekts schliesst der Gemeinderat aus. Der Vorstand des FC Hausen trifft sich heute Dienstagabend zu einer Sitzung. Am kommenden Freitag findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt, bei der über die Zukunft des FC diskutiert wird. Es gilt für die zahlreichen Abteilungen eine neue Perspektive zu finden.

Aktuelle Nachrichten