Feuerwehr Menziken
«Hat es denn viele Verletzte gegeben?»

Mehrere Feuerwehrautos, eine Ambulanz und sogar ein Heli der Rettungsflugwacht – die Alarmübung der Feuerwehr Menziken rief am Dienstag nicht nur Rettungskräfte auf den Plan, auch Schaulustige wohnten der Übung bei.

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Toni Widmer

Der Schaulustige wirkte verärgert: «Nur eine Übung? Und dafür bin hergekommen?», sagte er und liess sich über das seiner Ansicht nach «unnütze Tamtam» aus, das hier veranstaltet werde.

Unnütz war das keineswegs, was die Ausbildner der Feuerwehr am frühen Dienstagabend auf der Schwarzenbachstrasse inszeniert hatten. Und ein Tamtam schon gar nicht. Die realitätsnahe Übung, zu der die Einsatzkräfte alarmmässig aufgeboten wurden, galt der intensiven Schulung der Rettungspioniere.

Alarmmässig aufgeboten

Die Feuerwehr Menziken ist als Stützpunktfeuerwehr B für die Strassenrettung im Wynental zuständig. Weil diese Einsätze äusserst anspruchsvoll und zudem nicht selten sehr belastend sind, ist eine gute Ausbildung unerlässlich. Einsatzleiter Hans-Heinrich Leuzinger und seine Mannschaft hatten denn auch keine einfache Aufgabe zu lösen. Matthias Haller, der Chef der Rettungspioniere, hatte sich ein grobes, aber durchaus nicht utopisches Szenario ausgedacht:

Auf der Schwarzenbache-strasse war ein mit zwei Personen besetztes Auto beim Überholen eines Motorrollers in einen Linienbus geprallt. Im Auto waren beide Personen eingeklemmt, eine davon schwer verletzt. Der Rollerfahrer lag in besorgniserregendem Zustand auf der Strasse. Im Bus waren einige Passagiere leicht verletzt, andere verwirrtund eine Person war tot.

Mit über einem Dutzend Figuranten, unter anderem gestellt vom Samariterverein Leutwil-Dürrenäsch sowie der Feuerwehr Dürrenäsch-Leutwil, zerbeultem Auto und Roller, umgekipptem Bus und herumliegenden Trümmern war das Szenario so realistisch gestellt, dass einige der an den «Unfallplatz» pilgernden Schaulustigen sich besorgt erkundigten: «Hat es denn viele Verletzte gegeben?»

Ruhig und besonnen am Werk

Die Retter gingen engagiert ans Werk, sicherten die Unfallstelle, bargen und betreuten verletzte und verwirrte Personen und liessen sich auch von mehreren «Zusatz-Überraschungen» nicht aus der Ruhe bringen. Der Übungsverlauf wird später anhand der vor Ort gemachten Video- und Fotoaufnahmen analysiert und detailliert besprochen.