Biberist
Harte Fronarbeit statt Schulbank

Sekundarschüler der Kreisschule Biberist Lohn-Ammannsegg machten sich diese Woche die Hände dreckig. An vier Orten setzten die Schüler ihre Kräfte für gemeinnützige Projekte ein.

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Schüler

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Solothurner Zeitung

Peter Wetzel

Gespannt, was da auf sie zukommen würde, trafen die 42 Schüler der Kreisschule Biberist Lohn-Ammannsegg Anfang Woche in Balsthal ein. Spätestens nach der Materialausgabe reduzierten sich angesichts der Schaufeln, Pickeln, Hacken, Spaten, Rechen und Baumscheren die lockeren Sprüche auf ein Mindestmass. Diese Geräte liessen auf schwere Arbeit schliessen. Genau dies hatten die Schüler während ihres einwöchigen Arbeitseinsatzes zu leisten.

Ihre Lehrerinnen Christine Burkhard, Dina Maire und Stefania Travaglini wollten ihre Schützlinge als Einstieg in die kommende Berufswahlvorbereitung eine richtig lange Arbeitswoche erleben lassen. «Was es heisst, eine Woche lang früh aufstehen, mit dem Zug zur Arbeit fahren, den ganzen Tag arbeiten und abends müde heimzukehren, erfahren die Schüler diese Woche hautnah», ist Christine Burkhard überzeugt. Einige seien schon nach dem ersten Tag recht «groggy» gewesen. Der Sinn und Zweck des unentgeltlichen Arbeitens zu erkennen, habe bei vielen Schülern grosse Überzeugungsarbeit benötigt.

Schlossgarten zugänglich gemacht

Der Arbeitseinsatz wurde koordiniert durch Michael Bur vom Naturpark Thal. Jakob Ehrsam von der Gartenbaufirma Ehrsam und als Präsident des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Balsthal-Klus war Einsatzleiter. Mit von der Partie waren auch der Holzfluh Verein, die Einwohner- und Bürgergemeinde sowie die Interessengemeinschaft Naturschutz Thal.

Auf dem Schloss Alt-Falkenstein wurde der verwilderte Schlossgarten mit schweisstreibendem Aufwand gerodet, sodass später eine Blumenwiese ausgesät werden kann. Der Zugang zum Garten wird von der Firma Ehrsam im Auftrag des kantonalen Hochbauamtes mit einem Weg versehen, der durch eine Bruchsteinmauer und einem Zaun vom unteren Teil des Gartens abgetrennt ist. Durch diese Massnahme können die Schlossbesucher künftig auch ausserhalb der Öffnungszeiten die schöne Aussicht vom Garten aus ins Thal und in die Klus geniessen. Der untere Teil des Gartens wird später ebenfalls mit einem hohen Zaun gesichert. Weiter mussten die Zugangswege zur Burg gesäubert werden.

Am Giselstalden östlich von

St. Wolfgang wurden von einer anderen Gruppe die Steinplatten des historischen Verkehrsweges über den Oberen Hauenstein einmal mehr von Unkraut, Laub, Steinen, Wurzeln und Geröll befreit. Auch am Hohlweg sind immer wieder Sanierungsmassnahmen nötig. Auf dem Oberen Zimmerplatz wurden die morschen Bänke und Tische demontiert und durch neue ersetzt. Der Gemeindeangestellte Theodor Fluri beschäftigte seine Schülergruppe am Egglenbächli. Hier galt es, die Uferbereiche fachmännisch zu entbuschen und das Schnittgut aufzuschichten. Als Abwechslung begleitete Förster Kilian Bader am Mittwoch die Schüler auf den Waldlehrpfad und anschliessend auf die Holzfluh.

Anpacken wie talentierte Lehrlinge

Zum Abschluss und als Dank werden die jugendlichen Arbeiter heute Freitagmittag von den Organisatoren zu einem Brätelplausch eingeladen. Die Schüler konnten in dieser Arbeitswoche viele neue Erfahrungen sammeln. Vor allem die Arbeit am Römerweg hat etwa der Schülerin Melina di Pietro gut gefallen. Sie bemerkte dann aber schon am Dienstag leicht erschöpft: «Schule zu haben, ist doch besser, wenn es nicht gerade Tests gibt.» Und auch aus der Perspektive des Einsatzleiters Ehrsam war die Woche ein Gewinn: Er erkannte einige sehr talentierte künftige Lehrlinge: «Schon nach kurzer Zeit habe ich gesehen, wer anpacken kann.»

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