Happy End für die Weihnachtsbäume

Eigentlich hätte sie verschwinden sollen, die spezielle kleine Weihnachtsbaumkultur in Umiken. Doch jetzt tut sich ein Hoffnungsschimmer auf.

Louis Probst

Das Fest der Drei Könige ist längst vorbei. Und doch ist er da und dort noch immer in den Stuben anzutreffen, der Weihnachtsbaum. Zwar lässt er langsam Nadeln, aber immer noch steht er aufrecht. Zur Freude der Kinder und zum Horror der Feuerwehrleute und der Hausrat- und Gebäudeversicherer. Frei nach Schillers «Tell» könnte man dem dürren Gesellen aber jetzt mit Recht zurufen: «Baum, deine Zeit ist abgelaufen.»

Räumung bis März

Abgelaufen schien die Zeit auch für die kleine Hobby-Weihnachtsbaumkultur, die Klaus Koch im Brugger Stadtteil Umiken während rund zwanzig Jahren auf einem Grundstück der ehemaligen Ortsbürgergemeinde Umiken gehegt hatte.

Das Besondere an dieser Weihnachtsbaumkultur war, dass man sich seinen persönlichen Baum aussuchen konnte, und zwar sozusagen im Lebendzustand. Lange jedenfalls, bevor die Säge an das Stämmchen angesetzt wurde. Der auserwählte Baum erhielt eine Etikette und blieb stehen, bis er abgeholt wurde. In einer Zeit, in der die Globalisierung auch vor dem Weihnachtsbaum nicht mehr Halt macht, ergab sich dadurch gewissermassen die Möglichkeit, eine persönliche Beziehung zum Baum aufbauen zu können.

Das spezielle Geschäftsmodell hatte daneben aber auch einen ökologischen Vorteil: «Das Schöne daran ist, dass nur jene Bäume weggehen, die nicht gebraucht werden», erklärte Klaus Koch vor einigen Jahren dem Mann von der Zeitung. «Man muss nämlich keine Bäume entsorgen, die nicht verkauft werden konnten.»

Vor gut einem Jahr hat Klaus Koch altershalber den Vertrag mit der Ortsbürgergemeinde Umiken über die Nutzung des Grundstückes gekündigt. Im vergangenen Frühjahr fand eine Begehung der Weihnachtsbaumkultur statt. Daraufhin erhielt Klaus Koch eine Verfügung der Gemeinde Umiken, wonach er die Anlage bis Ende März 2010 zu räumen – das heisst alle Bäume zu fällen – hätte.

«Das», sagt Klaus Koch, «wäre doch schade. Es hat viele schöne Bäume. Wenn sie gefällt werden, verbuscht das ganze Bord innert kurzer Zeit. Es hat sich auch ein Interessent gemeldet, der die Kultur weiterführen würde. Es würde mich sehr freuen, wenn das jemand machen würde. Das wäre super.»

Lösung in Sicht

Inzwischen ist das Grundstück mit der Weihnachtsbaumkultur – fusionsbedingt – in den Besitz der Ortsbürgergemeinde Brugg übergegangen. Und Förster Ruedi Harisberger, der Betriebsleiter der Brugger Forstverwaltung, hat inzwischen sämtliche Pachtverträge der Ortsbürgergemeinde geprüft und wo nötig bereinigt.

Zur Weihnachtsbaumkultur erklärt er auf Anfrage: «Der neue Pächter des angrenzenden Landwirtschaftslandes ist an diesem Bord nicht interessiert.» Ruedi Harisberger hat mittlerweile auch Kontakt mit dem Interessenten für die Weihnachtsbaumkultur – einem Landwirt aus Gebenstorf – aufgenommen.

Ruedi Harisberger: «Ich bin der Ansicht, dass es sinnvoll wäre, wenn man das so weiterlaufen lassen könnte wie bisher. Umso besser, wenn das Bord bewirtschaftet wird.»

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