Hängebrücke
Hängebrücke bis Pfingsten

Seit einem Unfall vor vier Jahren ist die vielgenutzte Hängebrücke im Sensegraben bei der Schwarzwasserbrücke gesperrt. Seit gestern bauen die Standortgemeinden Wahlern und Ueberstorf FR eine neue Verbindung – finanziert auch durch die Gemeinde Köniz.

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Hängebrücke bis Pfingsten

Hängebrücke bis Pfingsten

SAT

Samuel Thomi

Läuft alles nach Plan, rücken Bern und Freiburg bis Pfingsten wieder näher zueinander. «Oder am liebsten etwas früher», so Theo Lauber gestern nach dem ersten Arbeitstag. Bis dann soll nämlich die neue Hängebrücke zwischen der Berner Gemeinde Wahlern und Ueberstorf FR eröffnet werden. Daran arbeiten seit Dienstag sechs Männer der Firma Lauber Seilbahnen Swissrope aus Frutigen. Eine schlichte, insgesamt drei Tonnen schwere Seil-Konstruktion soll es werden; eine «kleine Schwester der Hostalde-Brücke», so Lauber. Zwischen Frutigen und Adelboden führt diese 70 Meter über die Engstligen. Mit 153 Meter ist sie derzeit die längste Fussgänger-Hängebrücke Europas.

Allerdings wollen die Kraftwerke Oberhasli AG im Oberland bereits im Mai eine 170 Meter lange und 100 Meter hohe neue Trift-Brücke bauen, nachdem die bisherige aus Sicherheitsgründen bereits abmontiert worden ist (vgl. Ausgabe vom 31. März).

Nach Unfall für Öffentlichkeit gesperrt

Diese Rekorde scheinen im Schwarzenburgerland nicht zu zählen. Die Ausflügler wollen hier von der BLS-Station Schwarzwasser möglichst schnell in den Sensegraben und diesen am liebsten gleich queren - um sich darin voll ausbreiten zu können. Seit einem Unfall auf der vielbenutzten und beliebten Hängebrücke über die Sense im Jahr 2005 war dem nicht mehr so. Aus Sicherheitsgründen musste die 1977 auf private Initiative hin erstellte Konstruktion an der Burlingenhalde für die öffentliche Benutzung geschlossen werden. Einzig die Besitzer der drei gegenüberliegenden Felsenhäuser, denen die Hängebrücke auch gehörte, nutzten sie weiter auf eigenes Risiko.

200 000 Franken für neue Verbindung

Finanziert wird die neue Hängebrücke grösstenteils durch die Gemeinden Wahlern, Ueberstorf und Köniz. Letztere beteiligt sich als Nicht-Anstösserin ebenfalls am 200 000 Franken teuren Bau. Die drei teilen sich anschliessend den Unterhalt der Brücke. Sie erhoffen sich durch die Wiedereröffnung auch zusätzliche, touristische Impulse. So soll die Brücke neu Teil eines Rundwanderweges werden und damit ins offizielle Wanderwegnetz aufgenommen werden. Sei der Sperrung mussten Wanderer entweder durch den bisweilen reissenden Fluss waten oder weite Umwege in Kauf nehmen.

Dass ein Neubau nötig wurde und nicht einfach die bisherige Brücke geflickt oder ergänzt werden konnte, führt Theo Lauber darauf zurück, dass keine Pläne aus der Zeit des Baus des bisherigen Objekts bestehen. Aufgrund der Bauweise könne das Tragseil nicht überprüft werden und auch die Verankerungen seien ubekannt.

Die neue Hängebrücke wird beidseits mit je vier sechs Meter eingebohrten Ankern gesichert. So soll die 60 Meter lange Brücke künftig mindestens 50 Tonnen Last tragen: «Das ist das Minimum - lieber natürlich mehr. Dann kann ich umso besser schlafen», sagte Lauber - bevor er aufräumte und in den ersten Feierabend ging.