Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 1. Januar 2008 nach einem Streit in einem Club in Bassersdorf ZH. Der Angeklagte, ein heute 27-jähriger Chauffeur, und sein Kollege waren an zwei Gäste des Clubs geraten. Private Sicherheitsleute stellten die Streithähne auf die Strasse.

Der betrunkene Angeklagte und drei Begleiter sannen auf Rache und legten sich in einem Auto in der Nähe des Clubs auf die Lauer. Tatsächlich näherte sich schon bald ein Fahrzeug, in dem einer der Gegner mitfuhr. Am Steuer sass das heute 22-jährige Opfer, das mit dem Streit nichts zu tun gehabt hatte.
Der Angeklagte und einer seiner Begleiter stiegen aus und gingen mit zwei Hämmern auf das Auto los. Zunächst schlugen sie die Frontscheibe und das linke Seitenfenster ein. Dann zerrte ein Mittäter den Lenker aus dem Auto, und der Angeklagte schlug ihm mit dem Hammer mehrmals auf den Kopf.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma

Der junge Fussballer erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und war vorübergehend in Lebensgefahr. Sein Beifahrer kam mit einem Faustschlag ins Gesicht davon. Der Angeklagte floh vom Tatort, wurde aber zwei Tage später von der Polizei ermittelt und sitzt seither im Gefängnis. Der vorbestrafte Schweizer musste sich nun wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, Angriffs sowie Sachbeschädigung vor dem Zürcher Obergericht verantworten. Er legte ein umfassendes Geständnis ab und zeigte auch Reue. An den Vorfall konnte er sich wegen seines schweren Rauschs zur Tatzeit nicht mehr erinnern.

Die Staatsanwaltschaft plädierte für eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren, die Verteidigung für dreieinhalb Jahre. Das Gericht setzte aufgrund des erheblichen Verschuldens einstimmig eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren fest.

Gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten schob das Gericht die Strafe zugunsten einer stationären Massnahme auf. Dem im Gerichtssaal anwesenden Opfer wurde ein Schmerzensgeld von 20000 Franken zugesprochen. Der junge Mann musste seinen geliebten Fussballsport wegen der schweren Kopfverletzung aufgeben. (sda)