Hammer-Attacke: 23-Jähriger muss vier Jahre ins Gefängnis

Er hat am Uerkner Waldhüttenfest 2007 einen Mann mit einem Hammer am Kopf verletzt und wurde verurteilt. Der junge Mazedonier legte Berufung ein. Doch das Obergericht verurteilt den Mann zusätzlich wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung.

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Michael Spillmann

Sowohl der Täter als auch die Staatsanwaltschaft hatten das Bezirksgerichts-Urteil im Fall der Hammer-Attacke am Uerkner Waldhüttenfest 2007 weitergezogen. Der Mazedonier hatte damals einen unbeteiligten Mann lebensgefährlich am Kopf verletzt. Am Donnerstag fand am Obergericht der Berufungsprozess statt.

Die Oberrichter folgten in ihrem Urteil in wesentlichen Punkten dem Antrag der Staatsanwältin und verurteilten den heute 23-jährigen Mazedonier zusätzlich wegen versuchter eventualvorsätzlicher Tötung. Der reuige junge Mann muss nun vier Jahre hinter Gitter. Erstinstanzlich hatte das Bezirksgericht Zofingen den Täter im September 2009 unter anderem wegen schwerer Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren – davon zwei Jahre bedingt – verurteilt. Vom Vorwurf der versuchten eventualvorsätzlichen Tötung hatten die Bezirksrichter den Mazedonier freigesprochen.

Die Verteidigerin des jungen Mannes forderte am Donnerstag vor Obergericht eine Bestätigung des Freispruchs in diesem Punkt und eine Reduktion der erstinstanzlichen Strafe auf maximal zwei Jahre.

Zur folgenschweren Hammer-Attacke war es im Juli 2007, im Rahmen des traditionellen Fests des Jahrgangs der 20-Jährigen, gekommen. Auf dem Heimweg wurden der Mazedonier und zwei Kollegen von einer Gruppe Rechtsextremer provoziert, die auch Bierbecher gegen das Auto warfen.

«Hammer war zu meinem Schutz»

Wie der Angeklagte gestern schilderte, habe er später Kratzspuren am Auto entdeckt. Um den entstandenen «Schaden zu regeln», wollte er zurückfahren. Dafür holte er sich aber erst noch Verstärkung aus seinem Bekanntenkreis – und bei sich zu Hause einen Maurerhammer. «Der Hammer war zu meinem Schutz, da ich Angst vor den Rechtsextremen hatte», so der 23-Jährige.

Zurück am Fest eskalierte die Situation schnell. Im Schockzustand, wie sich der Täter verteidigte, habe er den Hammer gezückt. Schliesslich holte er aus und schlug einem unbeteiligten 20-jährigen OK-Mitglied, das nur schlichten wollte, ein Loch in den Schädel. Die Ärzte mussten beim Opfer, das sogar über Lähmungserscheinungen klagte, in einer schwierigen Operation einen Knochensplitter aus dem Gehirn entfernen.

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