Hallwyl-Familiengeschichte in Zürich

Mitglieder des Schloss-Hallwyl-Museumsvereins Gesellschaft zum Falken und Fisch besuchten im Landesmuseum in Zürich die «Hallwil-Sammlung» und liessen sich bei einer Exklusiv-Führung informieren.

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Hallwyl

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Zur Verfügung gestellt

Spuren der Familie, die rund 800 Jahre im Schloss Hallwyl gewohnt hat, findet man nicht nur im heute dem Kanton Aargau gehörenden Stammsitz. Folgerichtig besuchen die Mitglieder der Gesellschaft zum Falken und Fisch, dem Verein zur Förderung von Museum und Schloss Hallwyl, auch diese externen Institutionen.

Nach dem Familienarchiv im Berner Staatsarchiv war diesmal die «Sammlung von Hallwil» im Landesmuseum in Zürich an der Reihe. Die «Falken und Fische» wurden auf einer Exklusivführung durch Ausstellungs-Kuratorin Christine Keller aus erster Hand über Details informiert.

«Museum im Museum»

Wilhelmina von Hallwyl, geborene Kempe, die letzte Bewohnerin des Schlosses, vermachte am Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur die Ausstellungsstücke dem Landesmuseum, sondern schrieb auch pingelig vor, wie die Gegenstände und (Porträt-)Bilder der Familie «für alle Zukunft» der Öffentlichkeit präsentiert werden müssen.

Mit dieser klassischen Ausstellungsart ist der Hallwyl-Raum mit seinen drei Teilkabinetten selbst schon wieder ausstellungsreif. Dementsprechend ist die «Hallwil-Sammlung» im Landesmuseum als «Museum im Museum» angeschrieben und Kuratorin Keller sprach mit einem Schuss Ironie von «einem Fossil in unserem Haus».

Doch die zum eben erst eingeweihten modernen Konzept der Landesmuseum-Dauerausstellung in extremem Kontrast stehende Hallwyl-Ausstellung stiess bei den Besuchern aus dem Aargau trotzdem (oder deswegen?) auf grosses Interesse.

Einen Grossteil der Grundfläche machen drei in Wilhelmina in Auftrag gegebene Modelle aus, die die Schlossanlage in verschiedenen Phasen zeigen: Die Fundamente, mit dem von ihrem Gatten verunstalteten Vorderen Schloss in einer zauberhaften Winterlandschaft und nach der von Wilhelmina vorgenommenen Restaurierung.

Die «Sammlung von Hallwil» wird - so war von Christine Keller zu erfahren - im Landesmuseum einen neuen Platz erhalten. Wer weiss: Vielleicht erhält das Wintermodell während der Umbauphase vorübergehend Gastrecht im Schloss Hallwyl?

Gespensternacht steht an

Als letzter Anlass der Gesellschaft zum Falken und Fisch in diesem Jahr steht am Mittwoch, 25. November, die 4. Gespensternacht auf dem Programm. Der Traditionsanlass sprengt diesmal den bisherig üblichen Rahmen etwas: «Unheimlich schöne Lieder» hallen durch das leere und kalte Schloss. (gff)