Unwetter

Hagelkörner gross wie Pingpong-Bälle - RhB-Strecke unterbrochen

Hagelkörner in Hergiswil

Hagelkörner in Hergiswil

Gewitter mit Orkanböen, Hagel und Regen sind am Nachmittag über die Westschweiz und das Mittelland gefegt. Hagelkörner so gross wie Pingpong-Bälle verursachten vor allem im Kanton Freiburg Schäden an Häusern und Pflanzen.

Das Gewitter, das von Frankreich herkommend mit rabenschwarzen Wolken über die Westschweiz und das Mittelland zog, liess den Tag zeitweise zur Nacht werden. Windböen erreichten Geschwindigkeiten von 104,4 km/h in Plaffeien FR oder 97,9 km/h in Luzern, wie Jacques Ambühl von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte.

Dies sei nicht übermässig, aber "ziemlich anständig". Meteocentrale mass in Brunnen SZ gar Orkanböen mit Geschwindigkeiten von 154 km/h.

Regen fiel hingegen nicht allzu viel. Im Raum Bern wurden nur rund 18 Liter pro Quadratmeter gemessen, im Raum Luzern waren es noch weniger. Schäden hinterliess vor allem der Hagel. Teilweise fielen Körner so gross wie Pingpong-Bälle.

Am stärksten vom Hagel betroffen war das Gebiet im Norden des Gibloux, insbesondere Romont und Umgebung. Umgefallene Bäume versperrten Strassen, ein Ast stürzte auf eine Fahrleitung der Freiburger Verkehrsbetriebe und legte den Bahnverkehr zwischen Romont und Bulle lahm. In zahlreichen Haushalten fiel der Strom aus.

Bäume kamen auch im Kanton Bern zu Fall. Auf der A6 zwischen Bern und Rubigen war es deswegen vorübergehend zum Stau gekommen.

In Mitleidenschaft gezogen wurde auch der Bahnverkehr in Winterthur und im Kanton Graubünden. Wegen einer Fahrleitungsstörung zwischen Winterthur und Wil mussten die Reisenden mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen.

Gleich an drei Orten hatte ein Föhnsturm bereits kurz nach Mittag die Linie Chur-Arosa der Rhätischen Bahn (RhB) unterbrochen. Mehrere Bäume waren auf die Fahrleitung gefallen. Die Strecke bleibt bis Betriebsschluss gesperrt. Für den Transport der Reisenden werden Busse eingesetzt.

Weite Teile der Schweiz waren aber nicht nur vom Hagel, sondern auch von Hitze betroffen. Der erste Tag der so genannten Hundstage (23. Juli bis 23. August), an denen in der Regel die wärmsten Tage des Jahres gemessen werden, wurde seinem Ruf mit Temperaturen von über 30 Grad gerecht.

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