Kinderkrippen treffen Schweinegrippen-Vorsichtsmassnahmen

Händewaschen in Kindertagesstätten

Kinder gehören zur Schweinegrippe- Risikogruppe. Mit Sicherheitsmassnahmen beschäftigen sich deshalb auch Kindertagestätten in der Region.

Stefanie Niederhäuser

Die Schweinegrippe ist wieder stärker zum Gesprächsthema geworden. In Aarau wurden erste Infektionsfälle in einer Kindertagesstätte bekannt. Die Krippen in der Region Baden, Brugg und Zurzach blieben bis anhin davon verschont. Doch sie bereiten sich vor und treffen Vorsichtsmassnahmen.

«Wir haben einen Pandemieplan erstellt und ziehen diesen rigoros durch», sagt Deniese Roth, Leiterin der Brugger Kinderkrippe Simsala. Konkret bedeutet dies: Bei Grippesymptomen müssen die Kinder zu Hause bleiben. Weist ein Kind im Laufe des Tages Symptome auf, wird es von einer einzelnen Mitarbeiterin isoliert betreut und muss schnellstmöglich von den Eltern abgeholt werden. Die Eltern wurden darüber informiert. Gröss-tenteils sind solche Massnahmen auch in den Verträgen enthalten.

Eltern müssen sich organisieren

Die meisten Eltern der Kinder sind arbeitstätig. «Die Betreuung ist aber im Grippefall ganz klar ihre Aufgabe», erklärt Lukas Inderfurth, Mediensprecher der ABB, der der Verein ABB Kinderkrippen angehört. Weil das klar kommuniziert wird, können sie sich auch vorbereiten. «Man müsste sich halt neu organisieren», sagt Inderfurth, dessen Kind ebenfalls die Tagesstätte besucht. «Gewisse Dinge könnte ich von zu Hause aus erledigen. Oder man sucht Nachbarn oder Angehörige, die das Kind betreuen können», erklärt er. Auch Denise Roth von der Kinderkrippe Simsala bestätigt: «Wir haben keine Probleme mit Eltern wegen diesen Massnahmen.» Im Gegenteil, die Eltern seien froh, klar informiert zu werden.

Rita Fröhlich vom Kinderhort Zurzach ist sich aber bewusst, dass mit diesen Massnahmen eine Ansteckung nicht ausgeschlossen werden kann. «Ansteckend ist die Grippe, bevor Symptome auftreten.» Wird die Grippe erkannt, sind andere Kinder möglicherweise schon angesteckt. Bei allen angefragten Kinderkrippen steht deshalb neben dem normalen Programm regelmässiges Händewaschen und Desinfizieren auf dem Plan. Damit sollen die Kinder bestmöglich geschützt werden.

Personalengpässe möglich

Heikler würde es, wenn die Betreuerinnen angesteckt werden. «Wir haben wenig Personal. Wenn mehrere Personen gleichzeitig krank werden, müssen wir die Krippe schliessen», sagt Rita Fröhlich. Sie ist aber zuversichtlich, weil ihre Mitarbeiterinnen kaum je krank waren. Ähnliches berichtet auch die Kindertagesstätte Chlostergarten Wettingen. Darüber wurden die Eltern aber schon in den Verträgen informiert.

Gegenüber der Impfung sind die Krippen relativ neutral eingestellt. Was die Kinder anbelangt, liegt die Entscheidung klar bei den Eltern. Teilweise empfiehlt die Leitung die Impfung ihren eher krankheitsanfälligen Mitarbeiterinnen. «Wir informieren uns und warten, ob sich die Impfung bewährt», heisst es verschiedentlich.

Die regionalen Kinderkrippen nehmen die Schweinegrippe also ernst und rüsten sich, von Panik oder Aufregung deswegen ist aber nichts zu spüren. Vielmehr heisst es: Abwarten. In Zwischenzeit wird fleissig Hände gewaschen und danach fröhlich weiter gespielt.

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