Höhlen-Drama

Haben Sie nie Angst ins Unbekannte zu steigen? – «Doch, manchmal schon»

Die Rettungskation in den bayerischen Alpen ist heikel.

Die Rettungskation in den bayerischen Alpen ist heikel.

Rémy Wenger ist Einsatzleiter von Speleo-Secours, den Rettern der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung. Er weiss: «In Höhlen können kleinstmögliche Fehler grosse Konsequenzen nach sich ziehen».

Was zieht Höhlenforscher wie Sie eigentlich in solch dunkle Tiefen?

Rémy Wenger: Es ist der Ruf des Abenteuers und der Drang, Neues zu entdecken. Dabei dienen Höhlenexkursionen auch wissenschaftlichen Erkenntnissen, etwa der Geologie.

Sie sind also ein Abenteurer. Wie wichtig ist Mut?

Es braucht viel Mut, ins Unbekannte abzusteigen. Doch die Exkursionen werden minuziös geplant und wir bewegen uns vorsichtig fort.

Haben Sie nie Angst, wenn Sie dort unten sind?

Doch, manchmal schon.

Dann sind Höhlenexkursionen gefährlich?

Nicht sehr. Statistisch gesehen kommt es nur zu wenigen Unfällen in Höhlen. In der Schweiz sind es ein bis zwei pro Jahr. Das ist nichts, verglichen mit Bergunfällen.

Die Gebirgsrettung ist dank der Helikopter aber viel effizienter.

Helikopter kommen auch verunfallten Höhlenforschern zugute, sind sie denn erst einmal an der Erdoberfläche. Doch klar: In Höhlen können kleinstmögliche Fehler grosse Konsequenzen nach sich ziehen, weil kaum technische Hilfe möglich ist.

Sind Sie schon in eine gefährliche Situation geraten?

Einmal verirrten wir uns in einer Höhle und fanden den Ausgang nicht mehr. Eine zweite Gruppe musste uns suchen und uns den Weg weisen.

Welches ist die grösste Schwierigkeit, auf die die Retter im «Riesending» treffen?

Die Distanz zwischen Einstieg und Unfallstelle. Stellen Sie sich vor: Eine Equipe braucht zehn Stunden, um den Verletzten zu erreichen.

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