Am Montag ist Dennis Rodman zusammen mit seinen Basketball-Freunden - darunter ehemalige NBA-Spieler wie Kenny Anderson, Cliff Robinson und Vin Baker - in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang gelandet.

Zur Ehre des Geburtstages von Diktator Kim Jong Un sollte ein Spiel zwischen Rodmans All-Star-Auswahl und einem nordkoreanischen Team stattfinden.

Grotesker geht es kaum: Vor dem Spiel sang Dennis Rodman dem Diktator mit «Happy Birthday» ein Geburtstagsständchen und verbeugte sich in aller Demut.

Nach der Partie erhielten sämtliche Spieler eine Ehrenmedaille. Die obligaten Standing Ovations des Publikums folgten natürlich wie auf Knopfdruck.

Dennis Rodman singt Happy Birthday für den Führer

Ausraster am TV

Zuvor wurde die Geschichte um die bizarre Freundschaft zwischen der Basketball-Legende und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un um ein Kapitel reicher: Im Interview mit dem amerikanischen TV-Sender CNN rastete Rodman aus.

Mit dicker Zigarre und grosser Sonnenbrille gab der 52-jährige ex-NBA-Star ein ohnehin reichlich schräges Bild ab. Dazu kamen allerdings noch seine wirren Aussagen. 

CNN-Moderator Chris Cuomo wollte Rodman zu einem Statement hinsichtlich des in Nordkorea gefangen gehaltenen US-Amerikaner Keneth Bae bewegen.

Er fragte ihn, ob er sich bei seinem «Freund fürs Leben» Kim Jong Un für die Freilassung von Bae einsetzen werde. Nach einigem Gemurmel sagte Rodman: «Wissen Sie eigentlich, was er [Bae; Anm. d. Red.] diesem Land angetan hat?»

Was Rodman damit meinte, blieb im Dunkeln. Wohl wusste er es selber nicht. Stattdessen betonte er, was für eine Leistung es sei, dass er sich mit seinen Basketball-Freunden nach  Nordkorea begeben habe.

Zum Schluss des Interviews verlor Rodman die Beherrschung, wurde laut und gar ein Fluchwort, welches im amerikanischen TV natürlich zensiert werden musste, konnte er sich nicht verkneifen. Eine peinliche Vorstellung.

Dennis Rodman dreht im CNN Interview durch

Rodman: Eine Art «Friedensbotschafter»?

Rodman versteht sein Tun als Beitrag zur Verständigung zwischen den USA und Nordkorea. In der Öffentlichkeit wird er jedoch für seine unreflektierte Art der brutalen Militärdiktatur entgegenzutreten scharf kritisiert. US-Senator John McCain nannte ihn auf CNN "einen Idioten".

Amnesty International schätzt, dass in Nordkorea ungefähr 200000 Menschen als politische Gefangene in Straflagern einsitzen und mehrere Millionen Menschen täglich Hunger leiden. Erst gerade war der Jungdiktator Kim Jong Un in den Schlagzeilen, weil er seinen Onkel Jang Song Thaek hinrichten liess. (rhe)