Grossteil der Privatgebäude hat keinen Blitzschutz

Blitze haben auch in der vergangenen Nacht wieder private Gebäude in Brand gesetzt. Eine Blitzschutzanlage hätte dies jedoch verhindern können. Doch besteht in der Schweiz eine Pflicht für diese Art Schutz nur bei öffentlichen Gebäuden. Bei privaten Wohnhäusern wird der Blitzschutz nur auf ausdrücklichen Wunsch installiert.

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blitzeinschlag_zurich

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Keystone

Pro Jahr schlagen in der Schweiz statistisch gesehen 5 Blitze pro Quadratkilometer ein. Dabei sind der Jura, die Voralpenregion und das Tessin besonders gefährdete Gebiete. Doch die Gefahr eines Blitzeinschlages ist in der gesamten Schweiz vorhanden. Deshalb sieht die Brandschutzrichtlinie der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen VKF/AEAI vor, dass die öffentlichen Gebäude eine Blitzschutzanlage installiert haben müssen. Dies sind beispielsweise Schulen, Spitäler, Hochhäuser, Museen, Hotels oder Kirchen.

Blitzschutzanlage bietet 100 % Schutz

Bei öffentlichen Gebäuden sind Blitzschutzanlagen Pflicht, bei privaten Wohnhäusern wird die Anlage nur auf ausdrücklichen Wunsch installiert.

Die Installation einer Blitzschutzanlage in ein Einfamilienhaus kostet bei Neubauten etwa 2500 bis 4500 Franken - etwa 0,5 bis 1% der Bausumme.

Eine Blitzschutzanlage kann jederzeit nachgerüstet werden und bietet 100%igen Schutz vor Blitzschäden.

Blitzschutz in Privatgebäuden nur auf ausdrücklichen Wunsch

Bei privaten Ein- oder Mehrfamilienhäusern besteht diese Pflicht jedoch nicht. Nur auf ausdrücklichen Wunsch des Eigentümers wird eine Blitzschutzanlage eingebaut. Gerade in exponierten Lagen ist dies jedoch sinnvoll. Denn die Feuer- oder Sachversicherungen in der Schweiz übernehmen nur den Verlust von Hab und Gut - nicht aber die Gebäudeschäden. Und ein Grossteil der privaten Gebäude hat keinen Blitzschutz, so die VKF.

Gemäss electrosuisse, dem schweizerischen Verband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik kostet eine Blitzschutzanlage für ein privates Wohnhaus zwischen 2500 und 4500 Franken, in der Regel etwa 0,5 bis 1% der Bausumme. Die Anlage bietet aber einen effektiven Schutz vor einem Einschlag, so der Verband.

Blitzschutzanlage kann jederzeit nachgerüstet werden

Der äussere Blitzschutz wird in der Regel durch Fangleitungen auf dem Dach und durch Kupferleitungen entlang der Fassade zu einem Erdungsband gewährleistet. Bei älteren Gebäuden kann die Blitzschutzanlage ohne Probleme und jederzeit nachgerüstet werden, so der Verband electrosuisse. In dem Fall wird rund um das Gebäude ein Erdungsband in die Erde gelassen. Im Gebäude selbst kann ein Überspannungsschutz zusätzlich gegen Blitzschäden schützen. (dht)

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