Natalie Brügger

Marroni- und Zuckerwatteduft liegt in der Luft, Musik tönt aus allen Ecken und wahre Volksmärsche ins Linksmähderdorf sind im Gange: Es ist Rüebechilbi in Madiswil. Eine, die seit ihrer Kindheit die Chilbi wenn möglich nie verpasst, ist die in Madiswil aufgewachsene Susanne Moeri.

«Es ist jedes Jahr das gleiche, und doch immer wieder schön», erklärt die 43-Jährige lachend.

Wenn immer möglich kommt sie am letzten Oktoberwochenende «nach Hause», um alte Bekannte zu treffen. «Viele trifft man einmal im Jahr, nämlich an der Rüebechilbi.» Es sei manchmal sehr lustig zu sehen, wie sich die anderen verändern. Ein gemütliches Schwätzchen hie, ein grosses Hallo da, dies ist für die Langenthaler «Löwen»-Wirtin die Rüebechilbi.

Früher sei die Chilbi viel kleiner gewesen, erinnert sich Susanne Moeri. Gerne denkt sie an die Zeit zurück, als sie mit den anderen Kindern jeweils beim Aufbau des Kinderkarussells dabei gewesen ist. «Ich habe mir immer sofort ein Pferdchen reserviert - die erste Fahrt war nämlich immer gratis.» Lachend fügt sie an, dass sie auf diese Gratisfahrt angewiesen gewesen sei, da sie nämlich ihr Sackgeld meist schon in die «Putschautobahn» investiert habe. Auch am Lebkuchen- und Zuckerwattestand sei sie immer hängen geblieben.

Nachdem in der Jugend der Lunapark eine grosse Anziehungskraft hatte, sind es heute eher die gemütlichen Bars und Beizen. Der Saloon, das Zelt der Musikgesellschaft und die Raclettestube sind feste Besuchspunkte für die ehemalige Madiswilerin. Auch im Zelt des FC Lotzwil ist sie ein gut bekannter und gern gesehener Gast. «Meist ist es schliesslich umgekehrt und ich bediene die Jungs», meint sie mit einem Augenzwinkern.

Normalerweise beginnt die Chilbi für Susanne Moeri am Samstagabend. Auch dieses Jahr hat sie sich den Abend freinehmen können. Bei angenehmen Temperaturen konnte der Grossanlass wiederum viele zu einem Besuch animieren, und es herrschte ein grosses Gedränge in den verschiedenen Bars und Zelten.

Fast schon ruhig ging es im Blockhaus des Saloons zu, in dem sich Susanne Moeri einen Sitzplatz gesichert hatte. Immer wieder tönte ein «Sälü Susle» durch den Raum. Man tauschte sich über Kinder, Job und natürlich die Qualität der diesjährigen Chilbi aus.

Auch eher ungemütliche - da nicht nur leicht alkoholisierte - Gäste versuchten, Susanne Moeri in ein Gespräch zu verwickeln. Für die Frau aus dem Gastgewerbe kein Problem: «Einfach nicht beachten, dann gehen sie wieder.»

Spätestens mit dem letzten Zug gehts dann Richtung Langenthal. Denn - den Sonntag morgen mag Susanne Moeri am liebsten. Auch dieses Jahr rentierte sich ein früher Besuch an den vielen Märitständen. Ohne grosses Gedränge konnte man in Ruhe die Auslegeware betrachten, schwatzen und klatschen.

Bereits gegen Mittag war das Durchkommen trotz des eher schlechten Wetters nicht mehr so einfach. Zu dieser Zeit hatte sich die 43-Jährige aber bereits einen Platz in einem der Zelte gesichert, nun bereits mit einer grösseren Truppe von Freunden und Bekannten unterwegs. Und wieder einmal wars wie jedes Jahr - einfach «rüebechilbimässig schön».